Chemikalien beim Fracking

Geheimnisse um die Zusammensetzung der Frack-Flüssigkeit

Generell machen die Unternehmen ein großes Geheimnis um die genaue Zusammensetzung ihrer Fracking-Additive. Gegenüber den Bergämtern der jeweiligen Bundesländern besteht die Pflicht, alle Bestandteile zu nennen. Die Angaben werden allerdings selten freiwillig veröffentlicht.

Diesel als Zusatz beim Fracking

2003 schlossen die drei größten Hydraulic Fracturing Unternehmen in den USA ein nicht bindendes Memorandum mit der amerikanischen Umweltbehörde. Der Einsatz von Diesel als Fracking Additiv sollte eingestellt werden.

2005 wurden von der Regierung unter George W. Bush alle Fracking Zusätze, mit Ausnahme von Diesel, vom amerikanischen Wasserschutzrecht (Drinking Water Act) ausgenommen.

Bis 2010 dachte man noch, daß sich die Unternehmen an diese Absprache halten, bis eine Untersuchung aufdeckte, daß mindestens noch 19 Unternehmen weiterhin Diesel einsetzen. Darunter auch Halliburton und BJ Services. Für mindestens 121 Millionen Liter Frack-Flüssigkeit konnte das giftige Additiv nachgewiesen werden.

Diesel enhält die giftigen und teils krebserregenden Bestandteile Benzol, Toluol, Xylol, and Ethylbenzol (kurz BTEX).

Allerdings wurde bei undichten Bohrleitungen in Niedersachen in den Jahren 2007 und 2010 auch größere Mengen Benzol im Boden und Grundwasser gefunden.

Benzol kann über die Atmung aber auch durch die Haut aufgenommen werden und reichert sich in Blut und Gewebe an. Es kann zu Leukämie und weiteren Arten von Krebs führen.

Auch in Deutschland wurde bei der Bohrung Söhlingen Z15 durch ExxonMobil Diesel beim Fracking eingesetzt. 2010 wurde außerdem einLagerstättendrucktest unter Verwendung von 25.000 Liter Diesel in Oppenwehe (NRW) durchgeführt.

In Deutschland bekannte Fracking-Zusätze (unvollständig)

Der Landtag in Niedersachsen veröffentlichte in der Drucksache 16-3591 die in Söhlingen in den letzten Jahren eingesetzten Chemikalien.

Beispiele aus der Drucksache:

Bohrung Söhlingen Z-15:

  • Kaliumchlorid – 46, 6 Tonnen
  • Diesel  - 5,3 Tonnen
  • 2-Butoxylethanal –  0,8 Tonnen
  • Methanol – 29,5 Tonnen

Bohrung Söhlingen Z14

  • Kaliumchlorid – 211 Tonnen
  • Methanol – 1 Tonne
  • Nonylphenolethoxylat – 1,6 Tonnen

Für die Bohrungen in Damme und Goldenstedt wurden ebenfalls Listen der eingesetzten Chemikalien von Exxon veröffentlicht. Für den weitaus größten Teil der Bohrungen und Frackings ist aber immer noch unbekannt, welche Stoffe in welchen Mengen eingesetzt wurden.

In Deutschland wurden laut Spiegel Online bei einer Probebohrung in Damme (Niedersachsen) die folgenden Chemikalien eingesetzt:

Chemikalie CAS-Nummer
Tetramethylammonium chloride 75-57-0
Petroleum distillate hydrotreated light 64742-47-8
Ethoxylated octylphenol 9036-19-5
Magnesium chloride 7786-30-3
Magnesium nitrate 10377-60-3
ein Biozid 55965-84-9
Quelle: SPIEGEL-ONLINE-Recherchen

Welche Chemikalien in den vergangenen 40 Jahren von ExxonMobil in Niedersachsen sonst noch eingesetzt wurden, ist nicht bekannt.

Liste der im Marcellus Shale eingesetzen Fracking Zusätze

Der Staat Pensylvania hat in den USA die Liste der folgenden Chemikalien veröffentlicht, die beim Fracking eingesetzt werden (Bezeichnungen auf Englisch):

1,2,4-Trimethylbenzene; 1,3,5 Trimethylbenzene; 2,2-Dibromo-3-Nitrilopropionamide; 2.2-Dibromo-3-Nitrilopropionamide; 2-butoxyethanol; 2-Ethylhexanol; 2-methyl-4-isothiazolin-3-one; 5-chloro-2-methyl-4-isothiazotin-3-one; Acetic Acid; Acetic Anhydride; Acie Pensurf; Alchohol Ethoxylated; Alphatic Acid Methanol; Alphatic Alcohol Polyglycol Ether; Aluminum Oxide; Ammonia Bifluoride; Ammonia Bisulfite; Ammonium chloride; Ammonium Salt; Ammonia Persulfate; Aromatic Hydrocarbon; Aromatic Ketones; Boric Acid; Boric Oxide; Butan-1-01; Citric Acid; Crystalline Silica: Cristobalite; Crystalline Silica: Quartz; Dazomet; Diatomaceus Earth Propan-2-01; Diesel (use discontinued); Diethylbenzene; Doclecylbenzene; E B Butyl Cellosolve; Ethane-1,2-diol; Ethoxlated Alcohol; Ethoxylated Alcohol; Ethoxylated Octylphenol; Ethylbenzene; Ethylene Glycol; Ethylhexanol; Ferrous Sulfate Heptahydrate; Formaldehyde;
Glutaraldehyde; Glycol Ethers (includes 2BE); Guar gum; Hemicellulase Enzyme; Hydrochloric Acid; Hydrotreated light distillate; Hydrotreated Light Distilled; Iron Oxide; Isopropanol; Isopropyl Alcohol; Kerosine; Nitrate; Magnesium; Mesh Sand (Crystalline Silica); Mineral Spirits; Monoethanolamine; Naphthalene; Nitrilotriacetamide; Oil Mist; Petroleum; Distallate Blend; Petroleum Distillates; Petroleum Naphtha; Polyethoxylated Alkanol (1); Polyethoxylated Alkanol (2); Polyethylene Glycol Mixture; Polysaccharide; Potassium Carbonate; Potassium Chloride; Potassium Hydroxide; Prop-2-yn-1-01; Propargyl Alcohol; Propylene; Sulfonic Acid Sodium Ash; Sodium Bicarbonate; Sodium Chloride; Sodium Hydroxide; Sucrose; Tetramethylammonium Chloride; Titaniaum Oxide; Toluene; Xylene

Zu erkennen ist, das die BTEX Bestandteile Toluol und Xylene immer noch aufgeführt sind, obwohl Diesel als “discontinued” bezeichnet wird. Aber auch Kerosin und Petroleum sind immer noch zu finden. Über die Anteile ist leider nichts bekannt.

Quelle: http://www.dep.state.pa.us/dep/deputate/minres/oilgas/new_forms/marcellus/Reports/Frac%20list%206-30-2010.pdf

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4 Kommentare.

  1. hallo wutbürgerInnen!
    kann eine person, des englischen mächtig, mal diese ganzen chemischen zusätze vom englischen ins deutsche übersetzen? und in welcher konzentration verursachen sie welche krankheiten?
    es ist wirklich unglaublich, was wir uns gefallen lassen. EMPÖREN WIR UNS !!!

  2. Harie Mummers

    Im Zuge meiner Facharbeit habe ich mich damit befasst…hier mein Text zu den Chemikalien und ihren Auswirkungen:

    Die Fracflüssigkeit, die sowohl für die Horizontal- als auch für die Vertikalbohrung verwendet wird, besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Außerdem enthält sie Quarzsand und sechs Chemikalien. Bei diesen handelt es sich um Tetramethylammoniumchloride (C4H13NO), Petroleum Destillate, Octylphenol Ethoxylate(C14H22O), Magnesiumnitrate (8MgN2O6) und -chloride und Biozide. Bei Tetramethylammoniumchlorid, auch Tetraminchlorid, handelt es sich um ein Kohlenstoff-Ammonium-Chlorgemisch, welches bei Berührungen mit der Haut gesundheitsschädlich ist und Verätzungen verursacht. Demnach ist es beim Verschlucken ebenfalls giftig. Wenn es also bei Rohrstörungen in das Grundwasser gelangt,sorgt das für Vergiftungen, auch wenn es laut mancher Hersteller nur als schwach wassergefährend gilt. Die Mengen pro Bohrung belaufen sich dabei auf etwa 19 Tonnen der Ammoniumgemische, 9,5 Tonnen der Petroleumverbindingen und etwa 680 Kilo der Biozide.1

    Octylphenol Ethoxylate greifen beim Einatmen die Lunge an und gelten als stark wasserschädigend. Bei Fischen führt es außerdem zu einer veränderten Spermienbildung, sowie zu einem reduzierten Hodenwachstum. Ebenso ist bei allen anderen Lebewesen eine hormonelle Veränderung zu beobachten. Auch mit den Bioziden und dem Petroleumgeschmisch sollte jegliche Berührung vermieden werden. Petroleum Destillate kennen wir aus von der Verwendung von Petroleumlampen, deren Herstellung in Deutschland 1999 gesetzlich verboten wurde2, da das Gemisch bereits in geringen Menschen Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Biozid-Produkte werden zur Schädlingsbekämpfung verwendet, sind also andere Lebewesen ebenfalls schädlich. Beim Fracking werden sie zur Bekämpfung von unterirdischen Microorganismen verwendet. Das Magnesiumnitrat ist als Salz der „Salpetersäure“ bekannt. Es ist leicht brennbar und die Explosionsgefahr ist bei diesem Stoff sehr hoch. Bei Kontakt reizt es die Augen und die Atemwege. Es handelt sich also um eine weitere Chemikalie die unsere Gesundheit beeinträchtigt, falls wir mit ihr in Berührung kommen. All diese chemischen Produkte wirken sich also auf die Gesundheit stark negativ auf, falls sie ins Trinkwasser gelangen, weswegen ihre Verwendung weiterhin kritisiert wird. Die Firma Exxon beharrt allerdings darauf, dass es soweit nicht kommen könnte. Zusätzlich seien die Stoffe im Wasser so stark verdünnt, sodass sie nicht schädlich seien. Diese Aussage lässt sich anzweifeln, wenn man den Störfall in Söhlingen bedenkt, den ich später genauer erläutere.

  3. Harie Mummers

    Die Fracflüssigkeit, die sowohl für die Horizontal- als auch für die Vertikalbohrung verwendet wird, besteht zu 98 Prozent aus Wasser. Außerdem enthält sie Quarzsand und sechs Chemikalien. Bei diesen handelt es sich um Tetramethylammoniumchloride (C4H13NO), Petroleum Destillate, Octylphenol Ethoxylate(C14H22O), Magnesiumnitrate (8MgN2O6) und -chloride und Biozide. Bei Tetramethylammoniumchlorid, auch Tetraminchlorid, handelt es sich um ein Kohlenstoff-Ammonium-Chlorgemisch, welches bei Berührungen mit der Haut gesundheitsschädlich ist und Verätzungen verursacht. Demnach ist es beim Verschlucken ebenfalls giftig. Wenn es also bei Rohrstörungen in das Grundwasser gelangt,sorgt das für Vergiftungen, auch wenn es laut mancher Hersteller nur als schwach wassergefährend gilt. Die Mengen pro Bohrung belaufen sich dabei auf etwa 19 Tonnen der Ammoniumgemische, 9,5 Tonnen der Petroleumverbindingen und etwa 680 Kilo der Biozide.1

    Octylphenol Ethoxylate greifen beim Einatmen die Lunge an und gelten als stark wasserschädigend. Bei Fischen führt es außerdem zu einer veränderten Spermienbildung, sowie zu einem reduzierten Hodenwachstum. Ebenso ist bei allen anderen Lebewesen eine hormonelle Veränderung zu beobachten. Auch mit den Bioziden und dem Petroleumgeschmisch sollte jegliche Berührung vermieden werden. Petroleum Destillate kennen wir aus von der Verwendung von Petroleumlampen, deren Herstellung in Deutschland 1999 gesetzlich verboten wurde2, da das Gemisch bereits in geringen Menschen Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Biozid-Produkte werden zur Schädlingsbekämpfung verwendet, sind also andere Lebewesen ebenfalls schädlich. Beim Fracking werden sie zur Bekämpfung von unterirdischen Microorganismen verwendet. Das Magnesiumnitrat ist als Salz der „Salpetersäure“ bekannt. Es ist leicht brennbar und die Explosionsgefahr ist bei diesem Stoff sehr hoch. Bei Kontakt reizt es die Augen und die Atemwege. Es handelt sich also um eine weitere Chemikalie die unsere Gesundheit beeinträchtigt, falls wir mit ihr in Berührung kommen. All diese chemischen Produkte wirken sich also auf die Gesundheit stark negativ auf, falls sie ins Trinkwasser gelangen, weswegen ihre Verwendung weiterhin kritisiert wird.

  4. Harie Mummers

    Sorry für’s zweimal verschicken :D

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