Grundlagen

Was ist unkonventionelle Gasförderung?

Bei der konventionellen Gasförderung ist Gas – Methan – in undurchdringlichen Schichten gefangen. Der Lagerstättendruck ist jedoch so hoch, dass das Gas von selbst ausströmt.

Im Gegensatz dazu ist unkonventionelles Gas – ebenfalls Methan – in unterschiedlichsten Materialien gebunden. Unterschieden wird dabei zwischen Flözgas, Gas in dichten Gesteinsschichten (“Tight Gas”) oder Gas in Schieferschichten (“Shale Gas”). Auch Gashydrate tief im Meer oder Grubengase werden als unkonventionelles Gas bezeichnet. Je nach Statistik wird weltweit mehr als 5 bis 10 mal soviel Gas in unkonventionellen Schichten vermutet, als bisher in konventionellen Quellen gefunden wurde.

Bis 2005 galt die Förderung von unkonventionellem Gas als nicht wirtschaftlich. Als Auslöser für den Sinneswandel gelten:

  • Halliburton patentiert ein neues Verfahren, mit dem “Hydraulic Fracturing” (Fracking, Fracing oder auch Fraccing) durch Horizontalbohrungen wirtschaftlicher wird
  • der ehemalige US-Vizepräsident und davor Vorstandsvorsitzende von Halliburton, Dick Cheney, erlässt Ausnahmen für “Hydraulic Fracturing” im amerikanischen Luft- und Wasserschutzgesetz
  • die Ölpreise steigen und “Peak Oil”, der Punkt der maximalen Ölproduktion, rückt näher oder wurde schon überschritten
  • neue Ölvorkommen werden überwiegend in Staaten gefunden, die von den USA als “unfreundlich” betrachtet werden

Seitdem haben sich die USA vom Gas-Importeur zum Netto-Exporteur gewandelt. Der weltweite Gaspreis sinkt. Russland hat seine Stellung als größter Exporteur verloren. Auch China steigt jetzt in die unkonventionelle Gasförderung ein und will seinen Anteil in den nächsten Jahren stark ausbauen.

Quellen:

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