Archiv nach Kategorien: Studien

USA: Studie über Fracking findet vor allem Probleme der konventionellen Gasförderung

Wissenschaftler der Universität Texas (USA) haben die verfügbaren Studien, Veröffentlichungen und Pressemitteilungen zum Fracking im Barnett Shale, Marcellus Shale und Haynesville Shale untersucht und daraus eine Meta-Studie erstellt. Aufgezeigt werden vor allem Probleme und Risiken, die so auch schon bei der konventionellen Gasförderung existieren.

Nur bis zu 10 Prozent der Unfälle konnten direkt mit Fracking in Verbindung gebracht werden. Bei bis zu 58 Prozent der Unfälle konnte nicht mehr genau unterschieden werden, ob Fracking oder die Bohrung ursächlich war. Bei der Vorstellung betonten die Wissenschaftler, dass Fracking keine zusätzlichen Probleme schafft, die nicht schon der konventionellen Gasförderung vorhanden wären.

Die Studie wirft damit neue Fragen für die Erdgassuche in Niedersachsen auf. Laut der Auswertung der texanischen Wissenschaftler treten Unfälle und Probleme in jeder Phase von der Erschließung bis zur Stilllegung auf eines Bohrfeldes auf. Aus den untersuchten Veröffentlichungen der Industrie, ist aber zu schließen, dass diese eigene Fehler kategorisch ausschließt oder hinter Phrasen verbirgt. Weiterlesen »

Gesetze in Europa nicht ausreichend für Schiefergasförderung – Oettinger vermittelt falsches Bild

Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) stellte letzte Woche eine Studie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Schiefergasförderung (PDF) in Europa aus Sicht der Energiekommission vor. Die Studie der Anwaltskanzlei Phillips & Partners sieht zwar ausreichende gesetzliche Regelungen für eine „frühe Phase der Exploration“. Dies gelte aber keinesfalls für die kommerzielle Erschließung von Schiefergas.

„However, this is no reason for complacency, since this assessment explicitly refers to the current level of experience and scale of operations as can be expected during the exploration phase. As the US example indicates, commercial scale shale gas exploitation would involve operations on much larger scale. Especially, related potential cumulative impacts need to be further investigated to provide a basis for a more thorough assessment of the appropriateness of the regulatory framework(s) – both on EU as well as on Member State and/or regional level.“

Neun europäische Abgeordnete, darunter auch Rebecca Harms und Reinhard Bütikofer (Grüne) aus Deutschland, fordern deshalb Günther Oettinger in einem offenen Brief auf, die europäische Gesetzgebung anzupassen, bevor mit einer kommerziellen Erschließung von Schiefergas in Europa begonnen wird.

„We call on you to learn from the experience in the United States  and improve European legislation in this field before, not after, any further  development of Europe’s shale gas resources in order to give citizens the best  possible guarantee of preventing or minimising possible adverse effects.“

Außerdem haben sie Günther Oettinger daran erinnert, dass sie ihm bereits im April 2010 darum gebeten haben, eine offenes Diskussionsforum unter Beteiligung der Bürgerinitiativen in Europa einzurichten. Die Bitte blieb bisher unbeantwortet.

Quelle:
Brief an Commissioner Oettinger zum unzureichenden rechtlichen Rahmen der Schiefergasförderung in Europa

 

Schiefergasförderung in Deutschland – Stellungnahme des Umweltbundesamtes vom Dezember 2011

Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland vom Dezember 2011.

Schlussfolgerung:

Berichte weisen auf erhebliche Beeinträchtigungen der Grundwasservorkommen hin, die amerikanische Umweltbehörde (Environmental Protection Agency – EPA) hat hierzu Untersuchungen aufgenommen. Eine direkte Übertragung der amerikanischen auf deutsche Gegebenheiten ist aufgrund  unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen, ungleicher geografischer (z.B. Besiedlungsdichte) und geologischer Verhältnisse nur bedingt möglich. Dessen ungeachtet sollten die
in den USA erlangten Erkenntnisse bei der Schiefergasgewinnung in eine kritische Überprüfung der Explorationsverfahren in Deutschland fließen.

Zum Schutz von Mensch und Umwelt, insbesondere zum Schutz des Grundwassers sind an jede Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten folgende Mindestanforderungen zu stellen 29:

  • Kein Fracking zur Gewinnung von Erdgas in sensiblen Gebieten (z.B. Trinkwassergewinnungsgebiete, Heilquellen, Mineralwasservorkommen)
  • Obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung (für jeden einzelnen Frack sowie das gesamte Gasgewinnungsfeld)
  • Grundsätzlich Beteiligung der zuständigen Wasserbehörden zur Bewertung der Auswirkungen auf das Grundwasser
  • Vollständige Offenlegung der verwendeten Additive und der exakten Zusammensetzung der Fracturing Fluide für jeden einzelnen Frac
  • Registrierung der Fracking-Chemikalien für diese Verwendung gemäß REACH-Verordnung
  • Überwachung der Frack-Flüssigkeiten und des Flowbacks (zurückgefördertes Frack- und Lagerstättenwasser) sowie Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung in einem Kataster
  • Erstellung eines Notfallplans und Störfallvorsorge
  • Gefährdungsanalyse und begleitendes Monitoring durch die Förderunternehmen

Um all diese Aspekte im Rahmen eines umfassenden Verfahrens seriös prüfen und eine breite Behörden- und Bürgerbeteiligung sicherstellen zu können, ist als erster Schritt eine Änderung/Anpassung der „UVP-Verordnung Bergbau“ aus Sicht des Umweltschutzes dringend erforderlich, was zur Folge hätte, dass für künftige Gasschieferexplorationen ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden müsste.

Quelle:
http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/publikationen/stellungnahme_fracking.pdf

NRW: Gutachten mit Risikostudie zur unkonventionellen Gasförderung

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz von Nordrhein-Westfalen hat eine Ausschreibung für ein

Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen und deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung

veröffentlicht. Auch das Wirtschaftsministerium war an der Erstellung beteiligt.

Das Gutachten soll einen Überblick über die Art der Gasvorkommen geben, die Risiken für Umwelt und Trinkwasser aufzeigen, einen Kriterienkatalog für Ausschlussgebiete bieten, die Übertragbarkeit von Erfahrungen aus anderen Ländern bewerten und Öffentlichkeit und Genehmigungsbehörden eine Entscheidungsgrundlage an die Hand geben. Weiterlesen »

USA: Zwischenbericht zur Reduzierung von Umweltauswirkungen bei der Schiefergas Produktion

Das vorwiegend mit Vertretern der Industrie besetzte Unterkommitte zur Reduzierung der Umweltauswirkungen in der Schiefergasförderung hat seinen ersten Zwischenbericht erstellt.

Der Bericht bleibt in vielen Punkten unkonkret. Sehr direkt bestätigt er aber, dass es eindeutig Probleme mit der Schiefergasförderung gibt, die angegangen werden müssen. In nur 90 Tagen wurden die folgenden Empfehlungen erarbeitet, die im Bericht noch näher ausgeführt werden: Weiterlesen »