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Keine Unterscheidung zwischen nutzbarem und nicht nutzbarem Grundwasser beim Fracking

Der Landkreis Verden (Niedersachsen) hält eine wasserrechtliche Erlaubnis vor der Genehmigung von Hydraulic „Fracking“ Fracturing für erforderlich. Dazu müsse das Landesbergamt die untere Wasserbehörde beteiligen.

Die untere Wasserbehörde des Kreises könnten dann bei „wasserrechtlichen Bedenken“ das Genehmigungsverfahren für Fracking wirksam stoppen. Einer der Streitpunkte dabei war bisher, die Definition von „nutzbarem“ und „nicht nutzbarem“ Grundwasser
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Berlin: Regierungsparteien unterstützen Industrieposition zum Fracking

Die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP im Bundestag arbeitet seit dem Frühjahr an einem Antrag zur unkonventionellen Gasförderung. Der letzte Stand vom November 2011 sieht vor, Genehmigungsverfahren durch „Regelfälle“ weiter zu vereinfachen und zu beschleunigen. Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Der Antrag selber soll in Teilen bis spätestens Mitte 2012 umgesetzt sein. Deutlich bevor überhaupt die Studien des Bundes und von NRW zu den Risiken der unkonventionellen Gasförderung abgeschlossen wurden. Weiterlesen »

Wie sich Städte, Kreise und Gemeinden gegen unkonventionelle Gasförderung wehren

Städte, Gemeinden und Kreise haben kein Mitspracherecht, wenn im Rahmen des Bundesbergrechtes Genehmigungen zur Aufsuchung, Exploration oder Förderung unkonventioneller Gasvorkommen – mit oder ohne Fracking – vergeben werden. Dagegen wehren können sie sich aber trotzdem.

Die Stadt Hagen hat in der letzten Woche – erstmalig in Deutschland – einen Beschluss gefasst, dass keine städtischen Grundstücke zur Verfügung gestellt werden, die für die Gewinnung unkonventioneller Gasvorkommen genutzt werden können.

„Beschlussvorschlag:
Der Rat der Stadt Hagen nimmt die Vorlage zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, keine städtischen Grundstücke zur Verfügung zu stellen, die für unkonventionelle Erdgasgewinnung genutzt werden können.“
Quelle: Bürgerinformationssystem der Stadt Hagen – RAT/07/2011 / VO 0640/2011

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USA: Fracking-Chemikalien und thermogenes Methan erneut im Grundwasser und Trinkwasser nachgewiesen

Seit 2008 untersucht die amerikanische Umweltbehörde EPA Kontaminierungen von Grund- und Trinkwasser in Pavillion, Wyoming. Eine im November 2011 veröffentlichte Untersuchung berichtet über gesundheitsgefährdende Mengen von beim Fracking eingesetzten Chemikalien, Phenole, Petroleum, Diesel und thermogenen Methan im Grund- und Trinkwasser.

In Pavillion wird seit Jahrzehnten aus großen Tiefen Gas gefördet. Zunehmend mit Hydraulic „Fracking“ Fracturing. Anwohner klagen über neurologische Beeinträchtigungen, Geschmacksverlust und Nervenschmerzen. Seit 2008 hat die EPA Wasserproben untersucht und Butoxyethanol (2-BE), Benzol, Phenole und Spuren von Diesel im Grund- und Trinkwasser gefunden.

Das kanadische Unternehmen EnCana streitet jeden Zusammenhang mit der Gasförderung ab, aber versorgt trotzdem die Anwohner mit Trinkwasser, das per Laster angeliefert werden muss. Die EPA warnt davor, nur bei gut durchlüfteten Räumen zu Duschen, um Explosionen zu vermeiden.

Neu an den Erkenntnisse, die von der EPA veröffentlicht wurden, ist:

  • das gefundene Methan ist eindeutig thermogen und stammt aus der gleichen Tiefe, in denen die Gasförderung und Hydraulic Fracturing stattfindet. Es handelt sich nicht um biogenes oder oberflächennahes Methan
  • Mit Butoxyethanol wurde ein Bestandteil von Frack-Flüssigkeiten gefunden. Auch in Deutschland wird es beim Fracking eingesetzt. Gleichzeitig wurden bei der Untersuchung weder Dünger noch Nitrate aus der Landwirtschaft gefundenn.
  • in Pavillion wurden erstmals über einen längeren Zeitraum die Folgen von Gasförderung und Fracking untersucht. Bisherige Untersuchungen, vor allem der Industrie, suchten nach Kontaminierungen im Abstand weniger Monate nach dem Fracking, obwohl sich der Flüssigkeitstransfer in tiefen geologischen Schichten über Jahre hinziehen kann.

Bereits 1987 berichtete die EPA über Methan und Fracking-Chemikalien im Grund- und Trinkwasser. Die Industrie behauptet weltweit, dies sei ausgeschlossen.

„Kalkoffen [Chef von ExxonMobil Deutschland] widerspricht Befürchtungen von Umweltschützern, Fracking könne das Grundwasser verseuchen. Das sei „technisch unmöglich“, zwischen der Zielformation und dem Trinkwasser lägen mitunter mehrere tausend Meter.
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,791978,00.html / November 2011″

Erst kürzlich stellte die Industrie bei einer Tagung in Denver selber fest, dass sie durch das beharrliche Leugnen und Verschweigen von Problemen ihr Vertrauen bei der Bevölkerung und Politik verspielt hat. Transparenz-Initiativen der Marketing-Abteilung helfen wenig, wenn sich die Offenheit auf bereits bekannte Fakten – wenn überhaupt – beschränkt.

Quellen:

  • http://www.propublica.org/article/epa-finds-fracking-compound-in-wyoming-aquifer
  • http://www.epa.gov/region8/superfund/wy/pavillion/

USA: Ernsthafte Folgen für die Umwelt vom Komitee zur Reduzierung von Umweltschäden beim Fracking befürchtet

Sechs der sieben Mitglieder des von Präsident Obama eingesetzten Komitees zur Reduzierung von Umweltschäden beim Fracking haben direkte finanzielle oder berufliche Verbindungen zur Öl- und Gasindustrie. Ihr vorläufiges Urteil nach 180 Tagen Beratung lautet, dass es ein hohes Risko für ernsthafte Folgen für die Umwelt und den Verlust des öffentlichen Vertrauens gibt, wenn nicht so schnell wie möglich gehandelt wird.

Um mehr als 100.000 geplante Bohrungen in den nächsten Jahrzehnten trotzdem durchzuführen, schlägt das Komitee 20 Maßnahmen vor, die von der Industrie, der staatlichen Aufsicht und öffentlichen Interessengruppen umgesetzt werden sollten. Weiterlesen »