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Stoff der Wassergefährdungsklasse 3

Der Bericht von Monitor über unkonventionelle Gasförderung in Nordrhein-Westfalen ist jetzt auch online verfügbar. Zu Wort kommt insbesonders Gelsenwasser, einer der größeren Wasserversorger in der Region. Gelsenwasser wurde von ExxonMobil nicht über die Probebohrungen informiert. Erst aus der Presse erfuhren sie über die möglichen Auswirkungen, falls das Fracking Verfahren zum Einsatz kommt.

Sehr interessant war auch die Aussage von Christa Stiller-Ludwig, Mitarbeiterin der Wasserbehörde Hagen:

„Also meine Recherchen haben ergeben, dass es sich bei einer der zugefügten Komponenten um einen Stoff der Wassergefährdungsklasse 3 handelt. Das heißt, die höchste Wassergefährdungsklasse, die es geben kann.“

Im weiteren sagte sie noch, das selbst mit einer noch so starken Verdünnung, die Einbringung eines Stoffes der Gefährdungsklasse 3 erlaubt sein könnte. Das würde bedeuten, das die Aussagen von Exxon über die Ungefährlichkeit, wir erinnern uns an den Kosmetik-Vergleich, so nicht zutreffen und das der Einsatz der Stoffe in Damme nicht erlaubt war. Wir bleiben gespannt.

Quelle:
http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/1118/wasser.php5

ARD Monitor: Gefahr fürs Trinkwasser? Wie internationale Konzerne in Deutschland Erdgas fördern

Die Sendung Monitor der ARD berichtet heute um 21:45 über die die Suche nach unkonventionellem Erdgas:

Weil die fossilen Brennstoffe zu Ende gehen, suchen internationale Konzerne jetzt auch in Deutschland nach „unkonventionellem Erdgas“. Das liegt in tiefen Gesteinsschichten und lässt sich nur mit einer aufwändigen Technik namens „Hydraulic Fracking“ fördern. Dafür pressen die Firmen bereits an vielen Orten ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden – mit Genehmigung der deutschen Behörden. Doch die Chemikalien enthalten Gifte, die Grundwasser gefährdend sind. Im US-Bundesstaat New York soll diese Art der Gasförderung deshalb erstmal gestoppt werden, in Deutschland darf weitergebohrt werden, weil die deutsche Politik weitgehend ahnungslos ist.

Quelle:
http://www.wdr.de/tv/monitor/

Probebohrungen in Nordwalde: 22 Tage zwischen Meldung und Abnicken durch den Gemeinderat

Im Wiki zur unkonventionellen Gasförderung habe ich einige Daten und Links auf Meldungen zur Exxon Mobile Probebohrung in Nordwalde ergänzt. Erschreckend ist, das zwischen der ersten Meldung am 15. September 2010 und der Entscheidung des Gemeinderates vom 7. Oktober 2010, keine Einwände zu erheben, gerade einmal 22 Tage liegen.

Vor der Gemeinderatsversammlung wurde der Gemeinde eine Liste mit Unterschriften gegen die Probebohrungen überreicht. Die Bürgerinitiative in Nordwalde hatte sich selber erst eine Woche zuvor gebildet und in dieser kurzen Zeit neben umfangreichen Informationen auch noch Zeit gefunden, 438 Unterschriften zu sammeln.

Das Beispiel Nordwalde zeigt, das für betroffene Bürger nur sehr wenig Zeit zwischen Hinweisen auf Probebohrungen und der ersten politischen Klippe für die Genehmigung liegt.

3sat „hitec: Gasrausch“ – Wie hoch ist der Preis für die Ausbeute von Schiefergas?

Am 18. Oktober 2010 um 21:30 zeigt 3sat in seiner Sendung „hitec“ eine Dokumentation zum Schiefergasabbau in Deutschland.

„Deutschland ist der größte Erdgasimporteur in Europa. Bald könnte sich das ändern, denn das Land verfügt über große Erdgasressourcen, zum Beispiel in Niedersachsen. Allerdings ist das kein konventionelles Erdgas, das in Blasen lagert, sondern Schiefergas. So nennt sich Erdgas, das in winzigen Poren des Gesteins steckt. Während man in Niedersachsen noch nach den lukrativsten Bohrplätzen sucht, boomt in den USA schon jetzt das Geschäft mit Schiefergas. Dank der neuen Erdgasressourcen sind die USA – vor Russland – der größte Erdgasförderer der Welt. Schiefergas ist nicht nur in großem Maße vorhanden, die Vorkommen sind fünfmal so groß wie die zur Neige gehenden konventionellen Vorkommen, es könnte auch helfen, den CO2-Ausstoß zu vermindern und damit das Weltklima zu schonen. Denn es ist die sauberste aller fossilen Energiequellen. Doch der Widerstand gegen den neuen Erdgasboom wächst: Die Fördermethode erfordert einen hohen finanziellen und technischen Aufwand – sie benötigt unvorstellbare Mengen an Wasser.
„hitec: Der Gasrausch“ fragt, ob mit dem Schiefergas ein Weg aus der Energiekrise gefunden sein könnte.“

Die Sendung wird am Sonntag, dem  24.10.2010 um 16.00 Uhr auf 3sat wiederholt.

Vielen Dank an Markus für die Info zur Sendung.