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NRW CDU positioniert sich zur unkonventionellen Gasförderung

Die CDU in Nordrhein-Westfalen steckt in einem Konflikt. Auf Landesebene will sie vor allem die Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen unter Einsatz von Fracking und Chemikalien ausschließen.Auf Bundesebene propagiert die CDU bislang aber das genaue Gegenteil und will die Genehmigungsverfahren für die Industrie sogar noch vereinfachen. Im CDU/FDP geführten Niedersachsen wird die unkonventionelle Gasförderung mit bis zu 2 Millionen Euro pro Bohrung subventioniert.

Umweltminister Norbert Röttgen wird ein Moratorium für Fracking zugeschrieben, ohne das es dafür Anzeichen oder eine rechtliche Grundlage gäbe. Eine ausgeschriebene Studie zu den Risiken von Fracking des Umweltministeriums bleibt im Umfang weit hinter dem zurück, was das Umweltbundesamt bereits als potentielle Gefahren aufgezeigt hat.

Ihre Position hat die CDU NRW jetzt in einem Beschluss vom Januar 2012 verdeutlicht.

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Undichte Bohrungen sind bereits die Regel – Fracking wird die Situation verschlimmern

Eines der weltweit führenden Unternehmen für Bohrungen – Schlumberger Limited – stellte fest, dass 43 Prozent seiner 6692 Offshore Bohrungen im Golf von Mexiko undicht sind. Nach 15 Jahren besteht bereits eine 50-prozentige Chance, dass es zu größeren Lecks kommt, die Grundwasser oder die Umgebung kontaminieren können.

In Norwegen sind es immer noch 13 bis 19 Prozent der Bohrungen, die undicht sind. Diese Zahlen wurden jetzt bei einer Konferenz zur Sicherheit der Schiefergasförderung genannt. Geochemikerin Karlis Muehlenbach von der Universität Alberta warnte davor, dass mit zunehmendem Ausbau der Schiefergasindustrie und Hydraulic „Fracking“ Fracturing, Kontaminierungen von Grund- und Trinkwasser zunehmen werden. „Das Problem wird schlimmer, nicht besser.“, so Muehlenbach.

„The shale gas boom combined with hydraulic fracking will cause wellbores to leak more often than run-of-the-mill conventional wells,“ says Karlis Muehlenbachs, a geochemist at the University of Alberta. „The problem is going to get worse, not better.“

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Disposalbohrungen nach Erdbeben in Ohio geschlossen – Erdbeben auch in Verden/Aller

In Youngstown, Ohio (USA) mußten gleich mehrere Versenkbohrstellen für kontaminiertes Frack-Brauchwasser nach Erdbeben geschlossen werden. Auch Disposalbohrungen genannt, dienen sie der „Entsorgung“ des wieder an die Oberfläche gespülten Frack- und Lagerstättenwassers, das auch im Rahmen der regulären Förderung anfällt.

11 Erdbeben wurden seit dem letzten Frühling gemessen. Das bislang stärkste am Neujahrswochenende mi einer Stärke von  4,0 bis 4,3 auf der Richterskala. Zuvor wurden in der betroffenen Gegend keine Erdbeben gemessen. Die Aufzeichnungen darüber gehen bis in das Jahr 1980 zurück. Weiterlesen »

„Clean Fracking“ der OMV in Österreich oder Halliburtons saure Gurke?

Im Mai 2011 wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass im Wiener Becken (Österreich) Probebohrungen nach Schiefergas vorbereitet werden. Das Unternehmen OMV stritt lange ab, dass dabei auch Hydraulic Fracturing zum Einsatz kommen soll.

Jetzt soll eventuell schon ab 2013 mit Hilfe von „Clean Fracking“ das Gas aus dem Gestein in 6000 Meter gebrochen werden. Angeblich eine Entwicklung der OMV in Zusammenarbeit mit der Montanuni Leoben. Doch das amerikanische Unternehmen Halliburton bewirbt ein sehr ähnliches Verfahren schon seit 2009. Weiterlesen »

Schiefergasförderung in Deutschland – Stellungnahme des Umweltbundesamtes vom Dezember 2011

Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland vom Dezember 2011.

Schlussfolgerung:

Berichte weisen auf erhebliche Beeinträchtigungen der Grundwasservorkommen hin, die amerikanische Umweltbehörde (Environmental Protection Agency – EPA) hat hierzu Untersuchungen aufgenommen. Eine direkte Übertragung der amerikanischen auf deutsche Gegebenheiten ist aufgrund  unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen, ungleicher geografischer (z.B. Besiedlungsdichte) und geologischer Verhältnisse nur bedingt möglich. Dessen ungeachtet sollten die
in den USA erlangten Erkenntnisse bei der Schiefergasgewinnung in eine kritische Überprüfung der Explorationsverfahren in Deutschland fließen.

Zum Schutz von Mensch und Umwelt, insbesondere zum Schutz des Grundwassers sind an jede Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten folgende Mindestanforderungen zu stellen 29:

  • Kein Fracking zur Gewinnung von Erdgas in sensiblen Gebieten (z.B. Trinkwassergewinnungsgebiete, Heilquellen, Mineralwasservorkommen)
  • Obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung (für jeden einzelnen Frack sowie das gesamte Gasgewinnungsfeld)
  • Grundsätzlich Beteiligung der zuständigen Wasserbehörden zur Bewertung der Auswirkungen auf das Grundwasser
  • Vollständige Offenlegung der verwendeten Additive und der exakten Zusammensetzung der Fracturing Fluide für jeden einzelnen Frac
  • Registrierung der Fracking-Chemikalien für diese Verwendung gemäß REACH-Verordnung
  • Überwachung der Frack-Flüssigkeiten und des Flowbacks (zurückgefördertes Frack- und Lagerstättenwasser) sowie Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung in einem Kataster
  • Erstellung eines Notfallplans und Störfallvorsorge
  • Gefährdungsanalyse und begleitendes Monitoring durch die Förderunternehmen

Um all diese Aspekte im Rahmen eines umfassenden Verfahrens seriös prüfen und eine breite Behörden- und Bürgerbeteiligung sicherstellen zu können, ist als erster Schritt eine Änderung/Anpassung der „UVP-Verordnung Bergbau“ aus Sicht des Umweltschutzes dringend erforderlich, was zur Folge hätte, dass für künftige Gasschieferexplorationen ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden müsste.

Quelle:
http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/publikationen/stellungnahme_fracking.pdf