Nur minimales Schiefergaspotential in Deutschland laut BGR

Update: Der LBEG hat in seinem Jahresbericht Ressourcen und Reserven verwechselt. Durch die heute erschienene Studie muss die unten stehende Rechnung korrigiert werden. Die 2300 Milliarden Kubikmeter sind bereits die technisch förderbare Menge und müssen nur noch um die nicht nutzbaren Flächen (Wasserschutzgebiete, Siedlungsbereiche, Störzonen) korrigiert werden.

Das Schiefergaspotential in Deutschland, deckt bestenfalls sieben (7) 13 Jahre den Eigenverbrauch des Landes. Im aktuellen Jahresbericht „Erdöl und Erdgas in Deutschland“ des LBEG wurden bereits jetzt die aktuellen Einschätzungen der Bundesanstalt für Geowissenschafften und Rohstoffe (BGR) genannt.

„Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat die ersten Ergebnisse ihrer Studie zur Abschätzung des Erdgaspotenzials aus dichten Tonsteinen in Deutschland anlässlich der Frühjahrstagung der DGMK im April 2012 vorgestellt. Die ermittelten Ressourcen liegen danach zwischen 0,7 und 2,3 Billionen m³.“

Alleine die Spannweite von 07, bis 2,3 Billionen zeigt die Unsicherheit, mit der solche Schätzungen verbunden sind. Weitere Unsicherheiten entstehen bei der Unterscheidung von vorhandenen und technisch und wirtschaftlich förderbaren Mengen.

Schiefergas ist bislang – auch mit Fracking – nur zu einem kleinen Teil  technisch förderbar. In Wasserschutzgebieten, in Siedlungsgebieten und in geologisch empfindlichen Regionen wird gar nicht gefördert werden können. Nach den Erfahrungen aus den USA ist bestenfalls mit einem förderbaren Anteil von 10 bis 30 Prozent zu rechnen,

2,3 Billionen m³ ist absolut gesehen eine gewaltige Zahl. Der Jahresverbrauch von Gas in Deutschland liegt aber auch bei 0,1 Billionen m³. Unter Berücksichtigung des technisch förderbaren Anteils von 30 Prozent könnte sich Deutschland bestenfalls 7 Jahre lang 13 Jahre selber mit Schiefergas versorgen.

Die Voraussetzung dafür wären tausende Bohrungen von Bremen bis zum Chiemsee und von Köln bis nach Thüringen. Der LBEG schreibt dazu:

Ob, in welchen Regionen, wann und in welchem Umfang diese vermuteten Ressourcen wirtschaftlich gefördert werden können, hängt von einer Reihe von technischen und wirtschaftlichen Faktoren sowie politischen Entscheidungen ab.

Für Deutschland als ganzes sind die Vorkommen nahezu bedeutungslos. Selbst unter Einsatz aller Bohrkapazitäten könnte jedes Jahr nur ein kleiner Teil der importierten Gasmennge ersetzt werden. Die Studie „Impacts of Shalegas and shale oil extraction on the environment and on human health“ der europäischen Union spricht von 2 bis 3 Prozent.

Wo ist der Nutzen für die Industrie? Die Fördermenge in Deutschland lag im letzten Jahr bei 13 Milliarden m³. 133 Milliarden m³ sind in konventionellen Vorkommen noch vorhanden. Bei gleichbleibender Fördermenge wäre die Branche in 10 Jahren am Ende.

Mit Schiefergas könnte die Restlaufzeit für die deutsche Gasindustrie rechnerisch um weitere 50 Jahre verlängert werden. Nicht zum Nutzen der Volkswirtschaft – 7 13 Jahre Gas sind dafür nicht relevant – sondern um den Preis eines beständigen gesellschaftlichen Konfliktes, der schon jetzt um jeden neuen Claim in Deutschland entbrennt.

Niedersachsen fördert die Gasbranche mit bis zu 2 Millionen Euro Subventionen pro Schiefergas Bohrung. Der Chef von ExxonMobil – William Colton – sagte dazu erst kürzlich in der Welt:

 „Es wäre leicht für ExxonMobil, Windparks zu bauen und dafür die gewaltigen Subventionen der Regierungen einzustreichen“, sagt Colton: Doch ein Geschäftsmodell, das nur auf Subventionen basiert, komme für das Unternehmen nicht in Frage. „Solche Geschäfte liegen uns nicht, und deshalb lassen wir sie sein“, sagt Colton.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article106362137/Der-Energiebedarf-der-Welt-wird-unterschaetzt.html

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