Undichte Bohrungen sind bereits die Regel – Fracking wird die Situation verschlimmern

Eines der weltweit führenden Unternehmen für Bohrungen – Schlumberger Limited – stellte fest, dass 43 Prozent seiner 6692 Offshore Bohrungen im Golf von Mexiko undicht sind. Nach 15 Jahren besteht bereits eine 50-prozentige Chance, dass es zu größeren Lecks kommt, die Grundwasser oder die Umgebung kontaminieren können.

In Norwegen sind es immer noch 13 bis 19 Prozent der Bohrungen, die undicht sind. Diese Zahlen wurden jetzt bei einer Konferenz zur Sicherheit der Schiefergasförderung genannt. Geochemikerin Karlis Muehlenbach von der Universität Alberta warnte davor, dass mit zunehmendem Ausbau der Schiefergasindustrie und Hydraulic “Fracking” Fracturing, Kontaminierungen von Grund- und Trinkwasser zunehmen werden. “Das Problem wird schlimmer, nicht besser.”, so Muehlenbach.

“The shale gas boom combined with hydraulic fracking will cause wellbores to leak more often than run-of-the-mill conventional wells,” says Karlis Muehlenbachs, a geochemist at the University of Alberta. “The problem is going to get worse, not better.”

Muehlenbach hat kein Verständnis dafür, dass die Industrie nicht zugeben will, dass Bohrungen undicht werden. Auf der Konferenz wies sie darauf hin, dass zwar immer gesagt wird, dass bei einer dichten Zementierung nichts passieren könnte, aber nicht, wie sie Undichtigkeiten im Laufe der Zeit gefunden und behoben werden können.

“They’ll frack each well up to 20 times. Each time the pressure will shudder and bang the pipes in the wellbore. The cement is hard and the steel is soft. If you do it all the time you are going to break bonds and cause leaks. It’s a real major issue. “

Durch multiples Fracking werden Rohre und Zementierung enormen Belastungen ausgesetzt. Während der Bohrungen finden zwar noch laufend Messungen statt. Doch was passiert nach 10 Jahren, 15 Jahren oder 20 Jahren?

Das Bohrungen unterirdisch mit einander in Kontakt kommen und so Druck und Frack-Chemikalien von einer Bohrung zur anderen wandern können (“Kommnizierende Bohrungen”), ist inzwischen gut untersucht und wird auch von der Industrie offen behandelt. Laut Muehlenbach weigert sich aber die gleiche Industrie, auch nur in Betracht zu ziehen, dass durch die selben Prozesse auch Methan ins Grundwasser gelangen könnte.

“Whenever methane leaks from one well into a neighboring wellsite, “industry says let’s fix the leaks,” says Muehlenbachs. “But as soon as the leaks enter groundwater, everyone abandons the same logic and technology and says it can’t happen and the denials come out. In Alberta, it’s almost a religious belief that gas leaks can’t contaminate groundwater.”

Muehlenbach empfiehlt strenge Kontrollen und regelmäßige Überprüfungen nach Methan, Ethan und Propan. Isotop-Fingerabdrücke, über die eindeutig nachgewiesen werden kann, ob das Gas aus großer Tiefe stammt oder oberflächennah ist, besitzt die Industrie üblicherweise bereits aus den Probebohrungen.

Wie dicht die Zementierungen deutscher Gasquellen auf Dauer sind, ob darüber schon Zahlen vorliegen und wer diese Zahl ansonsten ermitteln könnte, wird auch ein Thema für die Studie zur “Sicherheit der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen” des Landes NRW werden.

Quelle:
http://thetyee.ca/News/2011/12/19/Fracking-Contamination/

Keine Kommentare möglich.