Disposalbohrungen nach Erdbeben in Ohio geschlossen – Erdbeben auch in Verden/Aller

In Youngstown, Ohio (USA) mußten gleich mehrere Versenkbohrstellen für kontaminiertes Frack-Brauchwasser nach Erdbeben geschlossen werden. Auch Disposalbohrungen genannt, dienen sie der „Entsorgung“ des wieder an die Oberfläche gespülten Frack- und Lagerstättenwassers, das auch im Rahmen der regulären Förderung anfällt.

11 Erdbeben wurden seit dem letzten Frühling gemessen. Das bislang stärkste am Neujahrswochenende mi einer Stärke von  4,0 bis 4,3 auf der Richterskala. Zuvor wurden in der betroffenen Gegend keine Erdbeben gemessen. Die Aufzeichnungen darüber gehen bis in das Jahr 1980 zurück.

„Earthquakes are not common in Youngstown, and seismic records going back to 1980 show no reports of earthquakes prior to the series of quakes last year. A 2.1 magnitude quake, the first of 11 in 2011, was reported on March 17. More were reported in August, September, October, November and December.“

Quelle: Reuters, Umwelt

Die Erfahrungen decken sich mit denen von Versenkbohrstellen in Arkansas. Auch dort wurden die Disposalbohrungen großflächig verboten, nach dem es zu Häufungen von Erdbeben kam.

Experten gehen davon aus, dass die Erbeben bei Youngstown, auch nach der Schließung der Disposalbohrungen, noch ein weiteres Jahr andauern werden.

„The earthquakes will trickle on as a kind of a cascading process once you’ve caused them to occur,“ he said. „This one year of pumping is a pulse that has been pushed into the ground, and it’s going to be spreading out for at least a year.“

Quelle: http://www.huffingtonpost.com/2012/01/02/ohio-earthquakes-caused-by-wastewater-well-drilling_n_1180094.html

Ursache ist voraussichtlich, dass in eine vorhandene Störungszone, eine Art unterirdische Riss der in Öl- und Gasformationen häufig vorkommt, Frackflüssigkeiten eindrangen. Sowohl ansteigender Druck als auch die Schmierwirkung der Flüssigkeit könnte dann die Erdbeben auslösen. Eine direkte Verbindung zum Hydraulic „Fracking“ Fracturing,  wie kürzlich in Großbritannien und den USA für Erdbeben festgestellt, wird in diesem Fall nicht vermutet.

In Verden / Aller in Niedersachsen, auch dort gibt es Versenkbohrstellen, wurde für den 2. Mai 2011 und den 3. April 2008 über leichte Erdbeben berichtet. Das letzte Erdbeben lag in 900 Meter Tiefe. Die Gasförderung findet in 4000 bis 5000 Meter Tiefe statt. Die Disposalbohrungen liegen aber gerade einmal bei 1000 Meter Tiefe. In der Region melden sich immer mehr Menschen, die Risse in ihren Häusern mit den Folgen der Gasförderung in Verbindung bringen.

3. April 2008
„Ein leichtes Erdbeben der Stärke 2,8 hat sich in der Nacht zum Donnerstag im Raum Langwedel bei Verden ereignet. […] Es könnte durch die Erdgasförderung in dieser Region ausgelöst worden sein.“

Quelle: http://www.welt.de/welt_print/article1869204/Leichtes_Erdbeben_der_Staerke_2_8_erschuettert_Verden.html

2. Mai 2011
„In der Nacht zu Montag hat in Verden die Erde gebebt. Die Erdbebenstation Bensbergen in Nordrhein-Westfalen hat um 4.57 Uhr Erdstöße der Stärke 2,6 auf der Richterskala registriert. „Das hat nur wenige Sekunden gedauert, aber es hat sich ziemlich heftig angefühlt“, berichtet Katja Thies aus Verden-Borstel. […] Da sich das Verdener Beben in 900 Meter Tiefe vergleichsweise nah an der Oberfläche abgespielt habe, sei es aber deutlich spürbar gewesen.“

Quelle: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/VERDENER-NACHRICHTEN/371193/In-Verden-hat-die-Erde-gebebt.html##

Mögliche Schäden durch die Gasförderung müssen immer noch vom Bürger nachgewiesen werden. Häufig basierend auf Informationen, die nur dem gasfördernden Unternehmen vorliegen.

Quellen:
Reuters, Umwelt
http://www.huffingtonpost.com/2012/01/02/ohio-earthquakes-caused-by-wastewater-well-drilling_n_1180094.html

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  1. FreitagsFilm: Der angebohrte Planet : #AntiAtomPiraten - pingback on 9. Januar 2012 um 13:43

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