USA: Fracking-Chemikalien und thermogenes Methan erneut im Grundwasser und Trinkwasser nachgewiesen

Seit 2008 untersucht die amerikanische Umweltbehörde EPA Kontaminierungen von Grund- und Trinkwasser in Pavillion, Wyoming. Eine im November 2011 veröffentlichte Untersuchung berichtet über gesundheitsgefährdende Mengen von beim Fracking eingesetzten Chemikalien, Phenole, Petroleum, Diesel und thermogenen Methan im Grund- und Trinkwasser.

In Pavillion wird seit Jahrzehnten aus großen Tiefen Gas gefördet. Zunehmend mit Hydraulic “Fracking” Fracturing. Anwohner klagen über neurologische Beeinträchtigungen, Geschmacksverlust und Nervenschmerzen. Seit 2008 hat die EPA Wasserproben untersucht und Butoxyethanol (2-BE), Benzol, Phenole und Spuren von Diesel im Grund- und Trinkwasser gefunden.

Das kanadische Unternehmen EnCana streitet jeden Zusammenhang mit der Gasförderung ab, aber versorgt trotzdem die Anwohner mit Trinkwasser, das per Laster angeliefert werden muss. Die EPA warnt davor, nur bei gut durchlüfteten Räumen zu Duschen, um Explosionen zu vermeiden.

Neu an den Erkenntnisse, die von der EPA veröffentlicht wurden, ist:

  • das gefundene Methan ist eindeutig thermogen und stammt aus der gleichen Tiefe, in denen die Gasförderung und Hydraulic Fracturing stattfindet. Es handelt sich nicht um biogenes oder oberflächennahes Methan
  • Mit Butoxyethanol wurde ein Bestandteil von Frack-Flüssigkeiten gefunden. Auch in Deutschland wird es beim Fracking eingesetzt. Gleichzeitig wurden bei der Untersuchung weder Dünger noch Nitrate aus der Landwirtschaft gefundenn.
  • in Pavillion wurden erstmals über einen längeren Zeitraum die Folgen von Gasförderung und Fracking untersucht. Bisherige Untersuchungen, vor allem der Industrie, suchten nach Kontaminierungen im Abstand weniger Monate nach dem Fracking, obwohl sich der Flüssigkeitstransfer in tiefen geologischen Schichten über Jahre hinziehen kann.

Bereits 1987 berichtete die EPA über Methan und Fracking-Chemikalien im Grund- und Trinkwasser. Die Industrie behauptet weltweit, dies sei ausgeschlossen.

“Kalkoffen [Chef von ExxonMobil Deutschland] widerspricht Befürchtungen von Umweltschützern, Fracking könne das Grundwasser verseuchen. Das sei “technisch unmöglich”, zwischen der Zielformation und dem Trinkwasser lägen mitunter mehrere tausend Meter.
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,791978,00.html / November 2011″

Erst kürzlich stellte die Industrie bei einer Tagung in Denver selber fest, dass sie durch das beharrliche Leugnen und Verschweigen von Problemen ihr Vertrauen bei der Bevölkerung und Politik verspielt hat. Transparenz-Initiativen der Marketing-Abteilung helfen wenig, wenn sich die Offenheit auf bereits bekannte Fakten – wenn überhaupt – beschränkt.

Quellen:

  • http://www.propublica.org/article/epa-finds-fracking-compound-in-wyoming-aquifer
  • http://www.epa.gov/region8/superfund/wy/pavillion/

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