USA: Ernsthafte Folgen für die Umwelt vom Komitee zur Reduzierung von Umweltschäden beim Fracking befürchtet

Sechs der sieben Mitglieder des von Präsident Obama eingesetzten Komitees zur Reduzierung von Umweltschäden beim Fracking haben direkte finanzielle oder berufliche Verbindungen zur Öl- und Gasindustrie. Ihr vorläufiges Urteil nach 180 Tagen Beratung lautet, dass es ein hohes Risko für ernsthafte Folgen für die Umwelt und den Verlust des öffentlichen Vertrauens gibt, wenn nicht so schnell wie möglich gehandelt wird.

Um mehr als 100.000 geplante Bohrungen in den nächsten Jahrzehnten trotzdem durchzuführen, schlägt das Komitee 20 Maßnahmen vor, die von der Industrie, der staatlichen Aufsicht und öffentlichen Interessengruppen umgesetzt werden sollten.

“The Subcommittee’s judgment that if action is not taken to reduce the environmental impact accompanying the very considerable expansion of shale gas production expected across the country – perhaps as many as 100,000 wells over the next several decades – there is a real risk of serious environmental consequences and a loss of public confidence that could delay or stop this activity.”

Bereits im Zwischenbericht der Gruppe vom August wurden einige Punkte behandelt. Im neuen Bericht wurden fehlende Bereiche ergänzt und der aktuelle Status je Gebiet festgestellt:

Sofort umsetzbare Maßnahmen:

  • Verbessern der öffentlichen Informationen über Schiefergas Operationen
  • Verbessern der Kommunikation zwischen Bundesstaaten, Regierung und Behörden
  • Verbessern der Luftqualität durch Reduzierung von Schadstoffen, Ozon und Methan
  • Aufbau eines Netzes um die Luftverschmutzung für ganze Regionen zu überwachen
  • Messen und Bestimmen des Treibhaus-Effektes von fossilem Gas
  • Umsetzung bereits existierender Techniken zur Reduzierung der Luftverschmutzung
  • Weitere Studien zur Bestimmung von Methankontaminierungen von Wasserspeichern
  • Offenlegung der beim Fracking eingesetzten Stoffe
  • Vollständiger Verzicht auf Diesel beim Fracking (war vorher Redzierung)
  • Forschung und Entwicklung ausbauen (auf Staatskosten)
Maßnahmen zur Abstimmung zwischen Aufsichtsbehörde und Industrie
  • Messen und Veröffentlichen des Wassereinsatzes beim Fracking und bei der Reinigung
  • Aufzeichnen aller Transporte von Wasser
  • Anwendung von Best-Practices bei der Bohrung, der Zementierung und des Druckmanagements
  • Anwendung von Qualitätskontrollen auf alle Wasserquellen der Umgebung
Maßnahmen, die neue Mechanismen benötigen
  • Vollständige Lebenszyklusanalyse der Wasserqualität
  • Überwachungsbehörden sollten bestehende Erfahrungen mit Einhaltung von Wasserschutzrichtlinien prüfen, modernisieren und auch durchsetzen
  • Angehen der kurzfristigen und kummulierten Einflüsse für Gemeinschaften, Natur und Ökologie (Verkehrslärm, Landverbrauch, Störung der Tier- und Plfanzenwelt)
  • Aufbau von regionalen Zentren, in denen Bürgerinitiativen, Universitäten und Schulen aber auch Behörden Best Practices für die jeweilige Region erarbeiten und deren Einhaltung überwachen
Aufgabe des Komittees war es, Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die unkonventionelle Gasförderung trotz der erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Natur weiter durchgeführt werden kann. Schon der Auftrag enthält das Eingeständnis der gravierenden Probleme.
Die Liste könnte ein Ansatz für deutsche Studien in diesem Bereich sein. Gerade die Studie des Bundesumweltministeriums greift hier deutlich zu kurz, wie die amerikanische Liste der von Industrievertretern vorgeschlagenen Maßnahmen zeigt.

Quelle:
http://www.shalegas.energy.gov/

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