Niederlande: Schiefergas und Kohleflözgas-Exploration in weiten Teilen des Landes

Weitgehend unbemerkt von der niederländischen Bevölkerung wurde fast ein Drittel der Fläche des Landes für mögliche Bohrungen nach Schiefer- und Kohleflözgas freigegeben. Schon länger bekannt ist die Exploration von Schiefergasvorkommen in der Region Brabant. Die Initiative stopsteenkoolgas.nl berichtet jetzt über Explorationsgebiete von Kohleflözgas Vorkommen im größten Teil der südlichen und östlichen Provinzen und einem Teil der Region Ijsselmeer. Ein Moratorium der niederländischen Regierung hält konkrete Projekte momentan noch auf.

Aufsuchungsgebiete nach Kohlelflözgas und Schiefergas in den Niederlanden

Aufsuchungsgebiete nach Kohlelflözgas und Schiefergas in den Niederlanden

Die Kohleflözgasgebiete verlaufen zum Teil entlang der niederländisch-deutschen Grenze und gehen nahtlos in die deutschen Kohleflözgas-Gebiete am Niederrhein über. Die Genehmigungen stammen aus dem Jahr 2009. 2008 wurden die entsprechenden Gebiete in Deutschland genehmigt. Das Unternehmen British Gas Group arbeitet auf beiden Seiten der Grenze.

Die Bürgerinitiativen berichten, dass von den Unternehmen Brabant Resources, Queensland Gas Company (jetzt British Gas Company), Cuadrilla Resources und vielen anderen so gut wie keine Informationen zur Verfügung gestellt werden. Anfragen an die Queensland Gas Company blieben unbeantwortet.

2009 – zum Zeitpunkt der Genehmigungen – wurden Pressemitteilungen mit Versprechungen über gigantische Gasmengen veröffentlicht. In einem kritischen Artikel im „Netherlands Journal of Geosciences“ wurde später berichtet, dass die von der Industrie verbreiteten Zahlen die förderbare Menge um fast den Faktor 100 überstiegen. Ähnlich sind auch Erfahrungen in den USA und in Deutschland.

Momentan ruht in den Niederlanden die Exploration und der Beginn von Bohrungen wegen eines unbefristeten Moratoriums. Bürgerinitiativen und Umweltverbände sind dabei sich zu vernetzen und haben Gespräche mit den Medien und der Politik aufgenommen. Eine landesweite Unterschriftenaktion gegen die unkonventionelle Gasförderung läuft bereits. Erste Ergebnisse werden dem Umweltausschuss des niederländischen Parlaments bei seiner nächsten Sitzung Ende Oktober übergeben. Parallel laufen Informationsveranstaltungen, um die Bevölkerung zu informieren.

Quelle:
stopsteenkoolgas.nl

Keine Kommentare möglich.