Ärzte warnen vor Risiken durch Gasförderung und Hydraulic Fracturing

Mehr als 250 Ärzte haben den Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, in einem offenen Brief darüber informiert, dass sie sich große Sorgen darüber machen, dass in der Studie des Staates über die Umweltauswirkungen von Hydraulic Fracturing bei der Gasförderung, die Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung nicht berücksichtigt wurden.

„The SGEIS certainly mentions many of the toxic chemicals employed in hydraulic fracking,“ said Adam Law, a physician specializing in endocrinology and a clinical assistant professor of medicine at Weill-Cornell Medical College. „But there is no attempt to evaluate the kinds of health consequences that have already been observed in affected communities in those states where hydraulic fracturing is taking place.“

Zwar würden viele der giftigen Chemikalien, die beim Hydraulic Fracturing eingesetzt werden, im Bericht erwähnt, aber es gäbe keinen Versuch, auch die Auswirkungen auf die Gesundheit zu untersuchen, die bereits jetzt in Gebieten zu beobachten sind, in denen Hydraulic Fracturing angewendet wird.

Die Ärzte fordern unter anderem, dass noch vor den Bohrungen der aktuelle Gesundheitszustand der Bevölkderung gemessen wird. Sie erwarten deutliche Verschlechterungen durch die geplanten 77.000 Bohrungen alleine im Staat New York, wenn das Moratorium fallen sollte. Nur mit Vergleichen über einen längeren Zeitraum, ließen sich die Auswirkungen  von Fracking auf die Gesundheit auch wissenschaftlich belegen.

Eine ähnliche Studie sollte bereits in Garfield County, Colorado durchgeführt werden. Der Auftrag für die fast fertige Studie wurde noch vor Veröffentlichung im April 2011 gekündigt.

“I think it’s ridiculous that they leave it unfinished,” said Robinson, in the wake of the commissioners‘ vote. “And it’s pressure from the industry that [convinced the county to] leave it unfinished.”

Das Unternehmen Antero Resources plant 200 Bohrungen nach unkonventionellen Gasvorkommen im Gebiet um die kleine Stadt Parachute. Für die Studie wurden die Gesundsheitsauswirkungen auf Menschen an bereits ausgeführten Bohrungen untersucht. Mindestens eine Familie hatte wegen Gesundheitsproblemen nach Beginn der Bohrungen gegen Antero geklagt.

Das Unternehmen fürchtet, dass die Ergebnisse der Studie als Modell für weitere Klagen in Fördergebieten genutzt werden könnten. Es „empfahl“ der Behörde, die Studie nicht fortzusetzen.

„She [Jennifer Beaver] said Antero is worried that the health assessment “may be used as a model” for communities in other areas faced with gas drilling plans, or civil litigation.

Das amerikanische Netzwerk PEHSU, das sich im besonderen mit den Gesundheitsauswirkungen von Umweltbelastungen auf Kinder beschäftigt, warnt in einer Veröffentlichung ebenfalls vor den Folgen von Hydraulic Fracturing und Gasbohrungen im Allgemeinen auf die Gesundheit von Kindern.

Kontaminierung von Wasser und damit auch von Nahrung, Luftverschmutzung und Lärm sind für Ungeborene, Kinder und Heranwachsende besonders gefährlich. Im Verhältnis zum Körpergewicht nehmen Kinder wesentlich größere Mengen an Schadstoffen auf, wie sie in allen Phasen der Gasförderung von der Einrichtung der Bohrstelle bis zur Förderung auftreten.

Die PEHSU empfiehlt die kontinuierliche Überwachung der Wasser- und Luftqualität und des Lärms in den betroffenen Gemeinden. Mit begleitenden Studien soll fortlaufend der Gesundheitszustand der Bevölkerung überwacht werden. Alle eingesetzen Chemikalien müßten öffentlich gemacht werden, damit Überwachungsprogramme überhaupt in der Lage sind, gefährliche Stoffe auch zu finden. Um Vergleichswerte zu haben, müßte der Zustand von Luft, Wasser und Boden vor und nach den Bohrungen und Frackings, sowie fortlaufend während der Förderung festgestellt werden.

Auch in Deutschland gibt es noch keine systematische Untersuchung über die gesundheitlichen Auswirkungen bei der Gasförderung. Im Fördergebiet Söhlingen wird aktuell die Dekontaminierung von vier weiteren Fläche vorbereitet, die mit Quecksilber und BTEX Komponenten aus „diffundiertem“ Lagerstättenwasser verseucht wurden. 30 Millionen Liter Grundwasser müssen zuvor abgepumpt und gereinigt werden, bevor mit der Dekontaminierung des Bodens begonnen werden kann.

Quellen:
http://www.legislativegazette.com/Articles-c-2011-10-05-80872.113122-Doctors-request-fracking-health-impact-analysis.html
http://www.aspentimes.com/article/20110503/NEWS/110509946
http://s3.documentcloud.org/documents/250048/pehsu-information-concerning-effects-on-children.pdf

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