USA: Auch 2011 wieder hunderte Vorfälle und Verstöße bei der Erdgassuche

Die Umweltschutzbehörde von Pennsylvania hat ihren neuen Report über Verstöße gegen Umweltvorschriften im Rahmen der unkonventionellen Gasförderung im Marcellus Shale veröffentlicht.

Im Zeitraum von Januar 2011 bis August 2011 wurden bei 456 Kontrollen 861 Verstöße gegen Umweltvorschriften aufgedeckt. In diesem Zeitraum wurden beinahe 1000 Bohrungen nach unkonventionellem Gas durchgeführt. Dabei kam es auch wieder zu Kontaminierung von Grund- und Oberflächenwasser.

Immer noch ein großes Problem ist offenbar die Zementierung der Bohrungen. Wirbt die gasfördernde Industrie auch schon in den USA seit längerem mit mehrfachen Betonierungen und Metallrohren, war diese in der ersten Hälfte 2011 in 65 Fällen fehlerhaft. 2010 waren es ingesamt 66 Fälle. Die Lage scheint sich also – trotz gegenteiliger Behauptungen – nicht zu verbessern.

In 36 Fällen wurde nachgewiesen, das Grund- und Trinkwasserbrunnen durch die fehlerhafte Zementierung beeinträchtigt wurden. In einigen Fällen ließ sich das ausströmende Methan durch Bläschen in Pfützen direkt bei der Bohrung erkennen. Im Frühjahr hatten wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Methan im Umkreis von bis zu drei Kilometer um Bohrungen austritt, die mit Hydraulic Fracturing behandelt wurden.

Vorne mit dabei bei den Verstößen ist auch wieder die ExxonMobil Tochter XTO Energy. 62 Verstöße bei 31 Untersuchungen wurden nachgewiesen. Zu den Verstößen des Unternehmens, das in der Außendarstellung viel Wert auf die strengen Sicherheitsrichtlinien legt, gehörten

  • Kontaminierung von Grundwasser mit Methan oder Flüssigkeiten an der Bohrung
  • Potentielle Kontaminierung von Oberflächenwasser
  • keine Wiederherstellung des Ursprungszustandes binnen 9 Monaten nach Abschluss der Bohrung oder Untersuchung
  • unzureichende Gruben und Tanks zur Aufnahme kontaminierter Flüssigkeiten
  • Verstöße von Sicherheitsregeln bei der Arbeit mit Gefahrstoffen
  • Entsorgung von Gefahrstoffen in Oberflächengewässern
  • unzureichende Behandlung von kontaminierten Flüssigkeiten vor der Entsorgung in Kläranlagen
  • Fehler bei der Zementierung der Bohrung

ExxonMobil hatte in den USA erst vor wenigen Monaten eine aufwendige Werbekampagne gestartet, um zu zeigen, dass mehrfache Zementierungen einen ausreichenden Schutz für das Grund- und Trinkwasser darstellen.

In Deutschland dreht sich auf politischer Ebene die Diskussion über die unterirdischen Risiken des Hydraulic Fracturing. Die Erfahrungen aus den USA zeigen, dass durch die große Anzahl an technisch notwendigen Bohrungen bei der unkonventionellen Gasförderung, die Sicherheit – trotz gegenteiliger Versprechungen – offenbar auf der Streck bleibt.

Quellen:
http://m.thetimes-tribune.com/news/dep-inspections-show-more-shale-well-cement-problems-1.1205108
http://www.dep.state.pa.us/dep/deputate/minres/oilgas/OGInspectionsViolations/OGInspviol.htm 

 

 

 

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