Umweltbundesamt will Fracking-Zusatz Octylphenol regulieren

Die beim Hydraulic „Fracking“ Fracturing eingesetzte Chemikalie Octylphenol soll zukünftig auf europäischer Ebene als erster Stoff auf Grund seiner hormonellen Wirkung über die europäische Chemikalienverordnung REACH reguliert werden.

„Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Octylphenol das Hormonsystem in Fischen beeinträchtigt und dadurch die Entwicklung und Fortpflanzung schädigt. Bereits minimale Konzentrationen von wenigen millionstel Gramm reichen aus. „

In Deutschland kam Octylphenol als Polyethylenglycol-octyl-phenylether laut Angaben von ExxonMobil beim Fracking 2008 in Damme, Niedersachsen zum Einsatz.

UPDATE: ExxonMobil hat darüber informiert, dass durch den Einsatz von Bioziden von nicht näher genannter Art und Umfang die Umwandlung von Polyethylenglycol-octyl-phenylether in Octylphenol verhindert würde. ExxonMobil machte keine Aussagen darüber, für welchen Zeitraum das Biozid wirke. ExxonMobil gab an, auf den Einsatz von Octylphenol-haltigen Frack-Zusätzen verzichten zu wollen. Für Damme ist das natürlich zu spät.

Zur gleichen Gruppe gehört auch Nonylphenol, welches ebenfalls hormonell wirkt und in Deutschland bereits 2003 verboten wurde.

„Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung [6.11.2003] einer Verordnung zugestimmt, mit der die Anwendung von zwei gefährlichen Chemikalien verboten wird. Die vorwiegend in Reinigungs- und Waschmitteln eingesetzten Nonylphenole und Nonylphenolethoxylate wirken besonders giftig auf Wasserorganismen.“

Quelle: http://www.analytik-news.de/Presse/2003/402.html

Nonylphenole wurden bis zum Verbot ebenfalls noch beim Hydraulic Fracturing eingesetzt:

Söhlingen Z6: 399 kg Nonylphenolethoxylat Mischung
Söhlingen Z7: 227 kg Nonylphenolethoxylat Mischung
Söhlingen Z10:  2776 kg Nonylphenolethoxylat / keine Mischung!
Sölhlingen Z11: 438 kg Nonylphenolethoxylat Mischung
Söhlingen Z12: 300 kg Nonylphenolethoxylat Mischung
Söhlingen Z13: 1224 kg Nonylphenolethoxylat / keine Mischung!
Söhlingen Z14:  1584 kg Nonylphenolethoxylat / keine Mischung!

Quelle:
Drucksache 16/3591, Landtag Niedersachsen

Unbeantwortet bleibt, wie die Stoffe – in Damme verblieben bis zu 70% der eingesetzten Chemikalien im Boden – jetzt noch sicher entsorgt werden sollten.

Quelle:
http://www.eco-institut.de/e9579/e45588/e46014/news46107/index_ger.html

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  1. Pressespiegel 36. KW 2011 « Gegen Gasbohren… - pingback on 10. September 2011 um 09:33

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