USA: Radioaktive Abfälle bei Schiefergasförderung sollten getrennt entsorgt werden

Im Jahr 2010 stellte eine Studie der Radioactive Waste Management Association eine radioaktive Belastung von Lagerstättenwasser und Bohrschlämmen bei der Schiefergasförderung im Marcellus Shale fest. Bis zu 2000 Tonnen Bohrschlämme, mit einer Strahlung von bis zu 600 Becquerel pro Liter, fielen schon damals pro Woche an. Erlaubt waren weniger als 3 Becquerel pro Liter für Abfälle aus der Gasbohrindustrie. Seit dem hat sich die Anzahl der Bohrungen noch erheblich erhöht.

Das amerikanische Department for Energy und das Unternehmen General Electric  wollen jetzt Technologien erforschen, mit denen die radioaktiven Bestandteile gefiltert und getrennt entsorgt werden können.

Bisher wurden die Bohrschlämme häufig auf oberirdischen Deponien entsorgt. Bis Mai 2011 konnten die stark kontaminierten Lagerstättenwasser noch über einfache Klärwerke entsorgt werden. Seit Mai 2011 gelten in Pennsylvania neue Vorschriften, welche diese Art der Entsorgung nicht mehr zulassen. Statt dessen wird das Lagerstättenwasser über hunderte Kilometer mit LKW Flotten nach Ohio geschafft, wo es in sogenannten Disposalbohrungen „entsorgt“ wird.

Zukünftig sollen die radioaktiven Abfälle, vorwiegend Radium226, ein Alphastrahler und ähnlich giftig wie Plutonium oder Polonium, unterirdisch in Fässern eingelagert werden.

Das Verfahren ist vergleichbar mit der derzeitigen Praxis in Deutschland. In Niedersachsen gibt es mittlerweile ein Netz von über 400 km Rohrleitungen, mit denen Lagerstättenwasser direkt zu den Disposalbohrungen – alleine im Raum um Söhlingen gibt es 4 – geschafft werden kann. Sind Bohrungen nicht mit dem Netz verbunden, müssen die Abfälle ebenfalls per LKW transportiert werden.

In Niedersachsen sind im letzten Jahr – alleine bei ExxonMobil – 500 Millionen Liter kontaminiertes Wasser angefallen. Zur Entsorgung des radioaktiven Abfalls wird nur gesagt, dass sich Fachfirmen um die Entsorgung kümmern. Auch die genaue Menge der radioaktiven Abfälle ist nicht bekannt. Der WDR Journalist Jürgen Döschner hat darüber schon mehrfach berichtet.

Quelle:
Fracking Radiation Targeted By DOE, GE – Jeff McMahon – The Ingenuity of the Commons – Forbes.
http://cleanwaternotdirtydrilling.org/news/42-featured-news/355-ohio-taking-in-flood-of-pennsylvania-brine-for-disposal-much-more-toxic-wastewater-entering-state-despite-fee-hike

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