Studie der EU fordert strenge Auflagen für unkonventionelle Gasförderung

Kurz nach der Vorabversion der Studie der New Yorker Umweltbehörde über die Gefahren von High Volume Hydraulic Fracturing veröffentlicht nun auch die europäische Behörde für Umwelt, Gesundheit und Nahrungsmittelsicherheit eine Studie zu den Folgen der unkonventionellen Gasförderung in Europa. Strenge Auflagen werden gefordert.

Die Studie berücksichtigt vor allem Erfahrungen aus den USA, aber greift auch auf die begrenzten Erfahrungen in Europa zurück.  Neben einem vollständigen Verbot der Verwendung von toxischen Chemikalien,  empfiehlt die Studie einheitliche Regeln für Europa, Lebenszyklusanalysen, Öffentlichkeitsbeteiligung und eine strenge Kontrolle der Aktivitäten der Öl- und Gasindustrie:

  • Es gibt bisher keine umfassende Richtlinie zum Bergrecht in Europa. Ein öffentlich verfügbarer, umfassender und detaillierter Rahmen für ein europäisches Bergrecht steht nicht zur Verfügung und sollte entwickelt werden.
  • der aktuelle rechtliche Rahmen betreffend Hydraulic Fracturing, das ein elementarer Bestandteil der Schiefergasförderung ist, hat diverse Lücken. Besonders die Messlatte für Umweltverträglichkeitsprüfungen liegt momentan viel zu hoch und sollte deutlich gesenkt werden.
  • Die Wasserrahmenrichtlinie sollte in Bezug auf Hydraulic Fracturing und die möglichen Folgen für Oberflächenwasser deutlich überarbeitet werden
  • Im Rahmen einer Lebenszyklusanalyse sollte eine Kosten/Nutzen Analyse durchgeführt werden. Dies sollte in allen 27 EU Staaten geschehen und öffentlich diskutiert werden.
  • Es sollte untersucht werden, ob die Verwendung giftiger Cemikalien beim Fracking nicht generell verboten werden sollte. Mindestens sollten alle eingesetzten Chemikalien veröffentlicht und ihre Verwendung dokumentiert werden. Statistiken über den Einsatz und die Menge von Chemikalien sollten auf europäischer Ebene gesammelt werden.
  • Kommunale Behörden sollten gestärkt werden um selber Entscheidungen über die Genehmigung von Hydraulic Fracturing Projekten zu treffen. Öffentliche Beteiligung und Lebenszyklusanalysen sollten in diesem Zusammenhang obligatorisch sein.
  • Wenn Erlaubnisse erteilt werden, sollte die Kontrolle von Oberflächenwasser und Luftkontrollen obligatorisch sein.
  • Statistiken über Unfälle und Beschwerden sollten auf europäischer Ebene gesammelt werden. Wo Genehmigungen erteilt werden, sollte dies durch eine unabhängige Stelle geschehen.
  • Wegen der komplexen Natur und den möglichen Folgen für Mensch und Natur sollte eine neue europäische Richtlinie zum Einsatz von Hydraulic Fracturing geschaffen werden, die alles einheitlich und nachvollziehbar regelt.

Die  Verwendung des Begriffes Shalegas / Schiefergas ist in diesem Zusammenhang als Synonym für die unkonventionelle Gasförderung unter Verwendung von Hydraulic Fracturing in Tight Gas, Shale Gas und Coal Bed Methane zu verstehen

Die Studie bezweifelt außerdem, dass durch unkonventionelle Gasförderung überhaupt ein nennenswerter Beitrag zur europäischen Gasversorgung geleistet werden kann.

„This holds even more as the potential shale gas plays are too small to have a substantial impact on the European gas supply situation.“

Quelle:
Impacts of Shalegas and shale oil extraction on the environment and on human health (PDF)

 

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