EU: Energie-Qualitäts-Richtlinie könnte unkonventionelle Gasförderung erschweren oder ganz verhindern

Der deutsche EU Abgeordnete Jo Leinen (SPD) ist Vorsitzender des EU Kommittes für Umwelt, Gesundheit und Nahrungsmittelsichertheit. Momentan bereitet das Kommitte einer Energie-Qualitäts-Richtlinie vor, welche die Förderung von unkonventionellem Gas erschweren oder sogar verhindern könnte.

Ursache ist nicht – wie von der Gaslobby behauptet – der Wunsch, die Förderung von unkonventionellen Gas zu „vernichten“, sondern die einfache Tatsache, dass mit der Förderung momentan zu viele nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt verbunden sind.

In einem Interview mit dem Guardian sagt Jo Leinen dazu:

„Shale gas extraction has been linked to a wide variety of environmental problems, including pollution of the water supply, excessive use of water resources and potential seismic effects.“

Die Schiefergasförderung wurde mit einer breiten Auswahl von Umweltproblemen in Verbindung gebracht, wie der Verschmutzung der Wasserversorgung, exzessiven Verbrauch von Wasser-Resourcen und möglichen seismischen Effekten.

[…] „Although gas produces only half of the carbon dioxide emissions associated with coal when burned to produce electricity, one study from Cornell University has suggested that the true emissions related to shale gas could be greater than those from coal, if factors such as methane leakage during the extraction process were taken into account.

Auch wenn Gas beim Verbrennen für Strom nur halb so viel CO2 wie Kohle produziert, hat eine Studie der Cornell Universität gezeigt, dass die wirklichen Emissionen von Schiefergas deutlich größer als die von Kohle sind, wenn Methan-Austritte schon während der Produktion berücksichtigt werden.

Bereits jetzt könnten die wahren Kosten der unkonventionellen Gasförderung durch bestehende Gesetze – z.B. Mengenbegrenzungen oder Strafgelder – angewendet werden, damit die gasfördernden Unternehmen nicht auf der einen Seite Gewinne realisieren und auf der anderen Seite die Schäden von den Bürgerinnen und Bürgern der EU bezahlen lassen.

Die Energie-Qualitäts-Richtlinie wäre kein Verbot, sondern eine Aufforderung an die erdgasfördernden Unternehmen, Anstrengungen für eine saubere Gewinnung dieses Energieträgers zu unternehmen. Eigentlich das, was die Unternehmen gerne versprechen, aber momentan noch nicht halten.

Quelle:
http://www.guardian.co.uk/environment/2011/jun/30/shale-gas-europe-leinen?mobile-redirect=false

2 Kommentare.

  1. Pressespiegel 27. KW 2011 « Gegen Gasbohren… - pingback on 9. Juli 2011 um 10:56

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