Niederlande: Wirtschaftsminister erläutert Gründe für Moratorium

Vor wenigen Tagen verkündete der niederländische Wirtschaftsminister Maxime Verhagen ein Moratorium für die geplanten Bohrungen nach Schiefergas in der Region Brabant durch das Unternehmen Cuadrilla. Nun erläuterte er noch einmal die Gründe dafür.

Das Unternehmen Cuadrilla muss zuerst aufklären, wie es beim Hydraulic Fracturing in Großbritannien vor kurzem zu gleich zwei leichten Erdbeben kommen konnte. Vorher dürfen keine unumkehrbahren Schritte ausgeführt werden.

Der Sprecher der sozialistischen Partei – Paul Jansen – forderte zusätzlich, dass nicht nur die geologische Situation in Großbritannien in der Untersuchung einbezogen werden sollte, sondern auch die Lage in der betroffenen Region Brabant.

Auch gäbe es in der Region deutlich mehr Sorgen, als nur Erdbeben. Das niederländische Bergrecht sei nur unzureichend für diese Art von unkonventioneller Gasförderung. So gäbe es beispielsweise keine ausreichenden Vorschriften, wie mit dem massenhaft anfallenden Frack- und Lagerstättenwasser umgegangen werden soll. Nach dem bestehenden Gesetz wäre es möglich, die Abwässer einfach in die Kanalisation zu geben. Das sei bei der zu erwartenden Zusammensetzung der Abwässer natürlich völlig unzumutbar.

Auch die Entsorgung der anfallenden Bohrschlämme sei ungeklärt. Neben den bekannten Kontaminierungen von Trink- und Grundwasser aus den USA würde außerdem Methan in großen Mengen austreten und zum Klimawandel beitragen.

Die Sozialistische Partei sieht daher das Moratorium positiv. Eine Entscheidung für die Gasbohrungen, wenn alle offenen Punkte geklärt sind, hält sie für möglich, aber noch nicht für garantiert.

Unterdessen meldete sich auch der Betreiber eines großen Rechenzentrums für Banken in der Nähe von Boxtel zu Wort. Er befürchtet, dass Erdbeben – auch leichte – die empfindliche Hardware im Millionenteuren Rechenzentrum gefährden. Die Region um Boxtel sei beim Bau extra wegen ihres geringen Risikos für Erdbeben ausgewählt worden.

Das Rechenzentrum wird daher gegen die Bohrungen Klage einreichen. Wenn der Richter der Meinung ist, dass die Klage berechtigt ist, wird das die geplanten Bohrungen noch für längere Zeit aufhalten.

Eine Karte der Aufsuchungsgebiete in Brabant ist inzwischen bei Google Maps verfügbar:

Unkonventionelle Gasförderung in den Niederlanden auf einer größeren Karte anzeigen

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