ExxonMobil bestätigt Chemikalienanteil von bis zu 15 Prozent in Frack-Flüssigkeit

Seit Beginn der Berichterstattung über die unkonventionelle Gasförderung im Münsterland, wurden von Befürwortern der Technologie, – allen voran ExxonMobil – von einem Chemikalienanteil von 0,1 bis 2 Prozent in der Frack-Flüssigkeit berichtet.

„Der Anteil der „Additive“ sei kleiner als 1,5 Prozent und somit unproblematisch. „, Dr. Harald Kassner, ExxonMobil Deutschland
Quelle: NWZ Online vom 10. Dezember 2010

„Der Flüssigkeit, mit der gefract wird, werden in geringem Umfang Begleitstoffe beigegeben. Ihr Anteil an der Gesamtflüssigkeitsmenge beträgt weniger als 0,1 Prozent.“
Quelle: WEG Kompakt 5 / 2010 – Prof. Reinicke, TU Claustahl

Die große Schwankungsbreite wurde mit stets neuen Rezepturen, welche an die Erfordernisse der jeweiligen Gesteinsschicht angepaßt wurden, begründet. Erst durch eine Veröffentlichung des Landtags in Niedersachsen kamen erste Zweifel am Anteil der Chemikalien an der Gesamtmenge auf, der je nach Ansicht, ob Sand als verdünnendes Element zählt, bis zu 20 Prozent betrug.

ExxonMobil bestätigte jetzt erstmals bei einer öffentlichen Veranstaltung, dass der Chemikalienanteil tatsächlich bei bis zu 15 Prozent liegen kann.

So schwankte der Chemieanteil der in Niedersachsen eingesetzten Frackflüssigkeit zwischen zwei und 15 Prozent. Dazu erklärte Sieber [Dieter Sieber, ExxonMobil Deutschland]: „Die Beschaffenheit des Gesteins ist maßgeblich für den Chemieanteil“.
Quelle: Wirtschaft aktuell online :: „Im Münsterland gibt es andere Bedingungen“.

Das entspricht dem 150-fachen der von Prof. Reinicke im WEG Bericht genannten Wert, den unter anderem das Bundeswirtschafts- und Umweltministerium für seine Bewertung der Sicherheit des Verfahrens heranzog.

Neben der Rezeptur der Frack-Flüssigkeit scheint die Schwankungsbreite des Chemikalienanteils vor allem durch fehlende Transparenz bei den Grundwerten zustande zu kommen. Solange nicht alle Informationen öffentlich verfügbar sind, wird es weiter beim Misstrauen auf der einen Seite und zur Salami-Taktik bei der Informationsweitergabe auf der anderen Seite bleiben.

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