Probleme mit Zementierung sind eine Ursache für Chemikalien- und Methankontaminierung

In den letzten Jahren haben verschiedene Studien nachgewiesen, dass in der Nähe von Bohrungen nach unkonventionellen Gasvorkommen bedenkliche Mengen an Methan im Umkreis bis zu 3 Kilometern rund um die Bohrung gefunden wurden. Auch die beim Fracking eingesetzten Chemikalien wurden vereinzelt gefunden.

Als Ursache wurden häufig unzureichende Zementierungen genannt. Dr. Conrad Volz, ehemaliger Leiter des Zentrums für Gesundheit der Universität Pittsburgh und einer der Experten für Hydraulic Fracturing in den USA erklärt das Problem.

“[Wells] are going to leak and they are going to leak when the cement shrinks and when the cement shrinks it pulls away from the geological layer that it is sealed from and then it serves as a conduit as straight into ground water aquifers,” Volz said. When asked if the chemicals could travel miles upward towards aquifers that lie well above the bottom of hydraulically fracked wells, Volz replied, “of course”

„Bohrungen werden lecken und sie beginnen zu lecken, wenn der Zement schrumpft löst er sich von der geologischen Schicht, die er versiegeln soll und dann dient das als Leiter, der direkt in die wasserführenden Schichten führt.“, sagt Volz. Auf die Frage, ob die Chemikalien denn Meilen nach oben Richtung Grundwasser wanden können, die weit über der Fracking Stelle liegen antwortet Volz: „Natürlich“.

Eine aktuelle Studie der Universität Cornell vermutet ebenfalls, dass undichte Zementierungen einer der Gründe für Methan im Trinkwasser in der Nähe von Bohrungen sind. Den Nachweis führen sie über eine Fingerabdruckanalyse, die zeigt, dass Methan aus mehreren Kilometer Tiefe in das Grundwasser gelangt ist. Nicht aus biogenen Zerfallsprodukten nahe der Oberfläche, wie häufig von Befürwortern behauptet wird. Jahre zuvor wurde das bereits bei der Untersuchung einer Hausexplosion ermittelt die ebenfalls auf eine nahe liegende Bohrung nach unkonventionellem Gas zurückgeführt wurde.

Die Studie der Universität Cornell hat speziell nach Methan gesucht. Chemikalien aus dem Fracking Vorgang wurden damit noch nicht gefunden. Das war allerdings auch nicht das Ziel der Untersuchung. Der Nachweis von Chemikalien wurde dagegen in Dimock County erbracht. Dort fand sich nicht nur das beim Fracking freigesetzte Salz, sondern auch verschiedene der beim Fracking eingesetzten Chemikalien.

The firm’s president, Daniel Farnham, said this week that the incidence of contamination is not isolated. Instead, he has found hydrocarbon solvents – including ethylbenzene, toluene and xylene – in the well water of „almost everybody“ on and around Carter Road in Dimock where methane traced to deep rock formations has also been found.

Quelle: http://thetimes-tribune.com/private-lab-finds-toxic-chemicals-in-dimock-water-1.1014476#ixzz1MjZXq2rh

Die amerikanische Umweltbehörde EPA bestätigte in der Zwischenzeit, dass gefährliche Mengen an Chemikalien der Petrochemischen Industrie im Trinkwasser gefunden wurden und rät von der weiteren Verwendung des Wassers ab.

Hier gibt es noch keine Hinweise auf die Ursache der Kontaminierung. Doch ein Studie des Pennsylvania Land Trust Association hat für den Zeitraum von Januar 2008 bis August 2010 alle gemeldeten Verstöße gegen Umweltauflagen im Marcellus Shale ausgewertet und dabei festgestellt, dass bei 5% eine unzureichende Zementierung vorlag.

Nach der Meinung von Dr. Volz scheint es nicht möglich zu sein, eine Zementierung des Bohrlochs so einzurichten, dass sie über Jahre Bestand haben wird. Zement sei ein Werkstoff, der arbeitet. Er trocknet und zieht sich zusammen oder wird feucht und dehnt sich aus. Große Temperaturschwankungen machen der Zementierung ebenfalls zu schaffen. Bei falscher Verwendung oder schlampiger Arbeit kommt es dazu leicht zu Rissen.

Die beim Fracking ausgelösten Erdbeben können zusätzlich zu Verwerfungen und damit eventuell zu Rissen führen. Das extrem salzhaltige Wasser greift die Zementierung zusätzlich an.

Ob am äußeren Rand der Ummantelung zusätzliche Fließwege entstehen, würde so lange unbemerkt bleiben, bis Methan oder Chemikalien in größerer Konzentration in wasserführende Schichten gelangt.

Auch die für die Versicherung von Hydraulic Fracturing Unternehmen zuständige Zurich sieht ein großes Risiko für Umweltschäden durch Probleme bei der unzureichenden Verrohrung und Zementierung.

Quelle:
http://checksandbalancesproject.org/2011/05/06/gas-patch-scientists-explain-how-hydraulic-fracturing-can-permanently-contaminate-public-water-supplies/

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