Ex-Wirtschaftsminister Brüderle erläutert Standpunkt der Bundesregierung zur unkonventionellen Gasförderung

Im März 2011 verteilte das Bundeswirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium eine Stellungnahme im Umweltausschuss, die sich wenig kritisch mit den möglichen Risiken der unkonventionellen Gasförderung auseinander setzt:

„Der Bericht kommt zum Schluss, daß es im Vergleich zur konventionellen Gasförderung keine wesentlichen Unterschiede bei den Umweltauswirkungen gibt. Auch gegenteilige Berichte würden den Ministerien nicht vorliegen.“

Außerdem wurden in der Stellungnahme für den Umweltausschuss als einzige Quellen zur weiteren Information die Blätter zweier Lobby Verbände der Öl- und Gasindustrie genannt.

„Darin werden als einzige „aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen“ ein Newsletter des von ExxonMobil geführten Verbandes WEG und das Publikationsorgan des Öl- und Gasverbandes DGMK „Erdgas, Erdöl, Kohle“ genannt.“

Rainer Brüderle antwortet dazu jetzt auf abgeordnetenwatch.de:

Bezüglich möglicher Risiken bei der Gewinnung von unkonventionellem Erdgas geht die Bundesregierung nach jetzigem Kenntnisstand davon aus, dass bei Beachtung der geltenden technischen Sicherheitsvorschriften und aktuellen Umweltstandards keine wesentlichen Unterschiede zur Gewinnung von konventionellem Erdgas bestehen. Gegenteilige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse hierzu liegen der Bundesregierung gegenwärtig nicht vor.

Die Frage, warum nur Lobby-Informationen für weitere Informationen genannt werden, wird leider gar nicht beantwortet.

Seit wenigen Tagen wird das Wirtschaftsministerium von Dr. Philip Rösler (FDP) geführt. Nach den üblichen 100 Tagen der Einarbeitung dürfte es Zeit werden, zu hinterfragen, ob das Bundeswirtschaftsministerium als verantwortliches Ministerium für das Bergrecht – unter das im Moment die unkonventionelle Gasförderung fällt – gegenteilige wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gefunden hat.

Quelle:
http://www.abgeordnetenwatch.de/rainer_bruederle-575-37510–f291991.html#q291991

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