Schweden: Shell stellte Suche nach Schiefergas ein

Schiefergas in Südschweden
Im Mai 2008 erteilte das schwedische Bergamt gemäß geltendem Mineralgesetz eine 3-Jahres-Explorationsgenehmigung für Erdgas für die Gebiete Colonussänkan und Höllvikengraven. Dadurch wurden ¼ Million Hektar, 25 Prozent der Gesamtfläche der südschwedischen Provinz Schonen, an Shell Exploration and Production AB zur Untersuchung nach Schiefergasvorkommen überlassen und Shell erhielt damit die Exklusivrechte an den im Gebiet gefunden Gasvorkommen.

Gegen diese Genehmigung wurden in allen Instanzen bis hin zum Obersten Verwaltungsgericht diverse Klagen eingereicht, welche jedoch alle abgewiesen wurden. Die Explorationsgenehmigung gilt daher weiterhin bis Ende Mai 2011.

In der ersten Phase wurden zum Jahresende 2008 auf ausgewählten Landstraßen seismische Messungen vorgenommen, welche Auskunft über die Struktur des Grundgesteins geben sollten. Shell wählte dann in drei Gemeinden (Sjöbo, Hörby und Tomelilla) für eine Probebohrung geeignete Gebiete aus und kontaktierte diverse Grundstückseigentümer. Nach einer Einigung mit drei Personen wurde diesen Grundbesitzern  ein Arbeitsplan vorgelegt, gegen welchen innerhalb einer Frist von drei Wochen Einspruch hätte erhoben werden können. Wäre keine Übereinkunft zustande gekommen, hätte das Bergamt eine Entscheidung fällen müssen.

Abgesehen von Sjöbo waren die örtlichen Lokalpolitiker, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, gegen die Pläne von Shell. Da es für die Exploration von Erdgas jedoch keinerlei lokales Vetorecht gibt, war deren Widerstand leider nicht hilfreich.

Im Frühjahr 2009 formierten sich einige engagierte Personen zur Gründung des Vereins Heaven or sHell, dessen Vorsitz Graf Carl Piper übernahm. Die Ziele des Vereins sind zum einen jegliche Gasförderung in Schonen zu verhindern, zum anderen eine Änderung des Mineralgesetzes zu erreichen, vor allem in Hinblick auf  ein Vetorecht für betroffene Anwohner, Gemeinden und Provinzen.

Schonens erste Probebohrung nach Schiefergas begann im November 2009 in Ry, in der Gemeinde Sjöbo, gefolgt von Probebohrungen in Oderup (Hörby) und Hedeberga (Tomelilla).

Die Proteste der betroffenen Anwohner waren massiv und zahlreiche rechtliche Verfahren, u.a. bezüglich der Intervalle der von Shell auch langfristig noch durchzuführenden Trinkwasserproben sind immer noch nicht abgeschlossen.

Die entnommenen Bohrkerne wurden nach Abschluss der drei Probebohrungen im Sommer 2010 zur Analyse an ein Labor in Wales geschickt, aber angeblich aufgrund komplizierter Computerauswertungen, gab Shell erst Ende März 2011 bekannt, dass das Gasvorkommen nicht ausreichend sei, um eine Verlängerung der Untersuchungsgenehmigung oder einen Antrag zur Förderung zu stellen.

Ende April 2011 wurde im schwedischen Reichstag sowohl über eine Änderung des Mineralgesetzes als auch über ein Verbot der Förderung von fossilen Energien abgestimmt. Letzteres fand zu niemandes Überraschung keinen Zuspruch, aber auch ein lokales Vetorecht konnte nicht die erforderliche Mehrheit bekommen. Es wurde lediglich entschieden, das Gesetz in Hinblick auf ein stärkeres und frühzeitiges Einbeziehen der Betroffenen zu überprüfen und ggfs. zu verändern.

Dieser Bericht wurde mir freundlich von http://heavenorshell.se/ zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

Keine Kommentare möglich.