Widersprüchliche Darstellung zum Einsatz von Dieselöl in Oppenwehe

Bei der Erdgassuche in Deutschland, hier in Oppenwehe, setzt ExxonMobil auch Dieselöl in den Bohrlöchern ein. Das wurde jetzt durch spät veröffentlichte Informationen zu einem vom der Bezirksregierung Arnsberg genehmigten Lagerstättendrucktests bekannt.

Doch die Darstellungen der Bezirksregierung und des Landtages sind nicht ganz einheitlich:

Bei dem Drucktest, der noch kein Aufbrechen des Gebirges bewirken durfte, kam Dieselöl zum Einsatz, welches nach der Nebenbestimmung des Zulassungsbescheides allerdings vollständig rückholbar sein musste. Die Bohrung war vollständig verrohrt und zementiert, sodass eine Abdichtung gegen umgebendes Gestein und Wasserzutritte besteht.

Quelle: http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/presse/2011/05/066_11/index.php

Laut Aussage  der Bezirksregierung Arnsberg ist die Bohrung vollständig verrohrt und zementiert. Eine Abdichtung gegen umgebendes Gestein und Wasserzutritt besteht.

Die  nach  dem  Bohrprozess  aus  Gründen der Bohrlochsicherung  im verrohrten Bohrloch befindliche Kaliumchlorid-Flüssigkeit  wurde  vor der Durchführung  des  Lagerstättendrucktests  gegen Dieselöl ausgetauscht. In der Zulassung des Sonderbetriebsplans wurde festgelegt, dass der Drucktest  kein Aufbrechen des Gebirges bewirken darf und dass die Möglichkeit der vollständigen Rückholbarkeit  des Dieselöls gegeben sein muss. Die  Bohrung  ist verrohrt und im  Ringraum zementiert,  sodass eine Abdichtung  gegen umgebendes  Gestein und Wasserzutritte  besteht. Eine Perforation erfolgte lediglich  in großer Teufe,  in dem Horizont,  in dem der Drucktest ausgeführt wurde.

Quelle: http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV15-599.pdf

Die Aussage des Wirtschaftsministeriums ergänzt die oben stehende Aussage noch um den Punkt der Perforation in der Höhe des Drucktestes. Hier besteht also sehr wohl Kontakt zur umgebenden Gesteinsschicht. Wenn wirklich alle Fakten auf den Tisch gelegt werden sollen, sollte die Bezirksregierung auch diese Art von Informationen vollständig offenlegen.

Aber auch auf den Seiten von ExxonMobil finden sich keinerlei Betriebsplanunterlagen von Oppenwehe. Lediglich Lünne 1 und Nordwalde sind hier veröffentlicht worden. Genau wie die immer noch nicht veröffentlichten Unterlagen zu den – laut ExxonMobil – 160 Fracks in Deutschland.

Exxon bestätigte inzwischen, dass das Dieselöl bereits im November eingesetzt wurde und bisher noch nicht aus der Bohrung entfernt wurde.

Der stellvertretende Bürgermeister von Stemwede-Oppenwehe, Werner Bahnemann, fühlt sich von ExxonMobil nicht ausreichend informiert:

Ob die Gemeinde sich von Exxon ausreichend informiert fühlt? „Das kann man verneinen“, sagte Bahnemann gegenüber der NW. Das Unternehmen habe immer wieder gesagt, die Gemeinde „im Vorfeld über alle Maßnahmen zu informieren“. Während der Bauausschuss-Sitzung im Herbst vergangenen Jahres habe Exxon aber nicht über die geplanten Maßnahmen informiert, so Bahnemann.

Quelle:
http://www.nw-news.de/lokale_news/luebbecke/luebbecke/4454314_Druck_nach_dem_Drucktest.html

Ungewöhnlich ist das nicht. Auch bei vielen anderen Gelegenheiten versprach ExxonMobil Transparenz, Offenheit und vollständige Kooperation mit der Bevölkerung, ohne das Versprechen einzuhalten. Entsprechend gering ist das Vertrauen gegenüber dem Unternehmen.

Auch aus Gesprächen mit anderen Unternehmen der gasfördernden Industrie  ist  zu hören, dass ExxonMobil mit seiner Vorgehensweise für Unmut in der Branche sorgt. „Wenn man die Gasförderung in Deutschland unbedingt verhindern möchte, dann muss man so vorgehen, wie ExxonMobil“, sagte ein Unternehmenssprecher, der lieber anonym bleiben möchte.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich die Besitzer der „Claims“ in Deutschland zusammen setzen und mit der Suche nach alternativen Fördermethoden beginnen, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt zweifelsfrei ausschließen.

Wenn ein Verfahren weltweit umstritten ist, dann sollte nach Alternativen gesucht werden, statt es mit aller Gewalt gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen. Auch wenn das momentane Gesetz potentiell die Möglichkeit böte.

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