ExxonMobil: Lagerstättendrucktests mit Dieselöl in NRW

Erst am vergangenen Dienstag hatten die Interessengemeinschaften „Gegen Gasbohren“ bei einer Demonstration kritisiert, dass ExxonMobil erst zu 2 von 160 Frackings die eingesetzten Chemikalien veröffentlicht hat. Was ExxonMobil sonst noch bei Bohrungen zum Einsatz bringt, ist noch gar nicht veröffentlicht.

Vermutet wurde, dass auch größere Mengen Diesel eingesetzt wurden, die in den USA schon seit längerem nicht mehr als Fracking Zusatz erlaubt sind, aber trotzdem noch gerne verwendet werden.

Jetzt hat die Bezirksregierung Arnsberg nach Monaten öffentlicher Proteste weitere Details zur Probebohrung „Oppenwehe 1“ veröffentlicht:

Die Bezirksregierung hat in diesem Zusammenhang das Wirtschaftsmi­nisterium darüber hinaus über Details zu einer von ihr am 30. Septem­ber 2010 erteilten Zulassung für einen Drucktest informiert. Danach hatte das Unternehmen ExxonMobil die Erlaubnis zur Durchführung ei­nes Lagerstättendrucktests erhalten, bei dem Dieselöl für den Drucktest verwendet werden durfte. Die Genehmigung erfolgte jedoch mit der Auflage, dass das Dieselöl vollständig rückholbar sein muss. Der Druck­test durfte darüber hinaus nicht zu einem Aufbrechen des die Bohrung umgebenden Gesteins führen. Die Landesregierung werde umgehend prüfen, ob die Auflagen eingehalten wurden und der Drucktest nicht zu einem Aufbruch des die Bohrung umgebenden Gesteins geführt hat, kündigte Voigtsberger an.

Welche Mengen von Diesel zum Einsatz kamen, ist noch nicht bekannt. Auch nicht, wie eine eventuelle Entsorgung im Anschluss ausgesehen hat.

Die Landesregierung hat jetzt organisatorische und personelle Konsequenzen für die Bezirksregierung in Arnsberg angekündigt. Im Dezember 2010 war die Bezirksregierung noch wegen der Versendung von ExxonMobil Werbematerialien in die Schlagzeilen geraten.

Lange Zeit hatte die Bezirksregierung auch abgestritten, dass in Nordrhein-Westfalen bereits gefrackt wurde. Erst vor einigen Wochen räumte sie dann ein, das in den 90er Jahren bereits ein Konsortium aus CONOCO Mineralöl GmbH, Ruhrkohle AG und Ruhrgas AG ein Probefracking durchgeführt hatten.

Das Frackwasser, belastet mit großen Mengen an Salzen, hochgiftigen Chemikalien und radioaktiven Isotopen wurde damals noch über ein dafür wahrscheinlich nicht ausgelegtes Klärwerk entsorgt. Auch in den USA ist das noch eine gebräuchliche Praxis, die wahrscheinlich noch diesen Monat verboten wird.

Quelle:
http://www.nrw.de/meldungen-der-landesregierung/minister-voigtsberger-lueckenlose-informa-tionen-zu-erdgasbohrungen-10825/

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