Südafrika: Unbefristetes Moratorium gegen Fracking bei Erdgassuche tritt in Kraft

Im Februar traf Susan Shabangu, vom Ministerium für Bodenschätze in Südafrika, die Entscheidung, die Bearbeitung aller neuen Aufsuchungs- und Förderrechte ruhen zu lassen.

Jetzt hat das Kabinett der Entscheidung des Ministeriums zugestimmt, ein Moratorium für Hydraulic Fracturing einzurichten:

„Cabinet has endorsed the decision by the department of minerals to invoke a moratorium on licenses in the Karoo, where fracking is proposed,“ the government said in a statement

Das Moratorium soll so lange bestehen bleiben bis feststeht, dass es keinen Verdacht auf unbeabsichtigte Konsequenzen für die Umwelt beim Einsatz des weltweit umstrittenen Fracking-Verfahrens gibt.

Manyi did not give a timeline for when the research would be concluded but said the moratorium would remain in place until „there is conclusive evidence that there will be no unintended consequences on the environment.“

Betroffen von der Entscheidung ist unter anderem auch das Unternehmen Shell, die dort im großen Umfang in die Förderung nach unkonventionellem Gas einsteigen wollten.

Schon seit Monaten gibt es Proteste in Karoo. Dort leben zahlreiche seltene Tierarten und die Menschen bewirtschaften das Land oder leben vom Tourismus. Wasser ist häufig knapp doch im Verhältnis zu anderen Gebieten steht es der Mehrheit der Bevölkerung in guter Qualität zur Verfügung.

Die Welt in einem ausführlichen Artikel über „Südafrikas Bauernaufstand“. Die Ähnlichkeiten zu den Informationskampagnen von ExxonMobil und Wintershall in Deutschland sind dabei sehr auffällig

Auf klapprigen Plastikstühlen sitzen die Bauern im Gemeindesaal von Sutherland. Einige sind direkt von der Arbeit gekommen, von den Feldern des 3000-Seelen-Dorfes im Nirgendwo Südafrikas. […] Vor der Bühne bauen sechs PR-Experten des Ölkonzerns Shell Laptops und Videobeamer auf.

Für Verschmutzungen, die angesichts neuer Technologien aber „nahezu ausgeschlossen“ seien, werde man aufkommen. […] In Sutherland glaubt das niemand so recht. Drei Stunden haben die PR-Strategen auf die Bauern eingeredet. Von der Lösung für Südafrikas Energiekrise war die Rede, von besserer Infrastruktur und neuen Arbeitsplätzen.

[…]Shell-Manager Cortis hat seinen Laptop wieder eingepackt. Er ist Widerstand gewohnt. Seit zwei Monaten redet er nun auf Farmer ein. Beschwichtigend betont er, es gelte ja zunächst einmal die Rentabilität zu prüfen. Es könne sich durchaus herausstellen, dass die Vorkommen zu klein seien, um sich zu rentieren.

Ob Südafrika, Australien, Schweden, USA oder das kleine Nordwalde in Deutschland. Die Argumentationsleitfäden der erdgassuchenden Unternehmen wie Exxon, Shell oder Chesapeake Energy sind scheinbar überall gleich.

Doch auch die Folgen könnten überall die gleichen sein. Exxon Mobil warnte in der letzen Woche, jede weitere staatliche Regulierung könnte die Erkundung von Schiefergas-Erkundungen vollständig zum Erliegen bringen.

Doch die staatliche Regulierung geht vom Volke aus. Und das erkennt inzwischen weltweit die wachsweichen Versprechen und unzureichend belegten Behauptungen über die Ungefährlichkeit des Verfahrens.

Wenn Experten direkt nach einem großen Fracking Unfall behaupten, es gäbe keine Beweise durch Schäden beim Fracking, mag das dem Experten einleuchten. Vielen anderen Menschen aber nicht.

Quellen:
http://www.reuters.com/article/2011/04/21/us-safrica-fracking-idUSTRE73K45620110421
http://af.reuters.com/article/energyOilNews/idAFN2827242920110428
http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13296283/Suedafrikas-Bauernaufstand.html

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