USA: Frackwasser Entsorgung in Flüssen wird ab Mai verboten

Nach massiven Protesten von Umweltbehörden und der steigenden Sorge bei Wissenschaftlern stoppt der Staat Pennsylvania die Einleitung von Frack-Wasser in dafür ungeeignete Klärwerke zum 19. Mai 2011.

Eine ähnliche Praxis gab es auch noch vor wenigen Jahren in Nordrhein-Westfalen bei einem Probe-Fracking:

„Dieses Wasser ist extrem salzhaltig, wie Analysen damals auch belegten. Es ist zudem vermischt mit den Stoffen aus der Frack-Flüssigkeit. Und es enthält häufig radioaktives Radium. Auf diesen Stoff wurden die Abwässer damals jedoch nicht geprüft. Sie wurden per Tanklastzug ins Klärwerk des Lippeverbandes in Hamm gefahren, wurden über ein Grubenwasserrückhaltebecken des Bergwerwerks Westfalen in Ahlen in den Abwasserbach Mattenbecke geleitet.“

Quelle: http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/nachrichten/region/Fracking-Gifte-schon-1995-in-NRW-Boden-gepresst;art999,442104

In den USA weisen Anwohner und Verbände schon seit Jahren darauf hin, daß die Klärwerke nicht in der Lage sind, alle relevanten Stoffe auszufiltern. Anfang des Jahres berichtete die New York Post erneut über die umstrittene Praxis, was jetzt vielleicht zum Umdenken führte.

Auch die steigenden Werte von Bromiden im Trinkwasser, über die sich die Wasserversorger seit einiger Zeit sorgen, sollen so auf Dauer wieder gesenkt werden.

Die Industrie scheint keine besondere Gegenwehr gegen diese Entscheidung einleiten zu wollen. Was statt dessen mit dem Frack-Wasser passieren soll, bleibt noch ungelöst. Sehr wahrscheinlich wird, ähnlich wie im Süden der USA, mit Disposalbohrungen gearbeitet. Dabei wird das Gemisch aus Salzen, radioaktiven Isotopen und den eingesetzten Chemikalien  in tiefen Schichten versenkt. Die Hoffnung ist, dass sie dort keinen Schaden mehr anrichten.

Ähnliche Versuche sind in Deutschland aber auch schon einmal gescheitert, weil die ursprünglich für sicher gehaltenen 400 bis 500 Meter doch nicht ausreichten. Das Grundwasser ist in einigen dieser Gebieten jetzt nicht mehr nutzbar.

Aber auch Disposalbohrungen wurde z.B. in Arkansa bis auf weiteres verboten, weil seit November 2010 weit über tausend Mikro-Erdbeben gezählt wurden. In Deutschland werden Disposalbohrungen z.B. auch von ExxonMobil in Niedersachsen durchgeführt.

Quelle:

http://www.huffingtonpost.com/2011/04/20/fracking-wastewater-disposal-pennsylvania_n_851441.html

2 Kommentare.