USA: Evakuierungen nach Fracking Unfall bei Erdgassuche

In Bradford County (Penssylvania), kam es am 20. April 2011 beim Fracken nach Erdgas zu einem sogenannten Blowout.

Zehntausende Liter Frackflüssigkeit, einem Gemisch aus Wasser, Sand und teils hochgiftigen Chemikalien, wurden dabei in der Umgebung verteilt und flossen auch nach Stunden, trotz des Einsatzes mehrer Notfall-Teams, noch in einen nahe gelegen Bach.

Der explosionsartigen Austritt wurde durch einen nicht näher genannten technischen Fehler verursacht. Betreiber der Anlage ist Chesapeake Energy, das zweitgrößte Unternehmen im Bereich der unkonventionellen Gasförderung in den USA.

Weder die Versiegelung der Bohrplattform, noch Schutzwände aus Beton und Stahl reichten aus, um die Folgen des Ausbruchs zu verhindern. Das Wasser-Chemikaliengemisch verseuchte die Umgebung im weiten Umkreis. Auch ein nahe gelegener Zufluss zum Susquehanna River, Trinkwasserlieferant für mehrere große Städte in Pennsylvania ist betroffen.

Anwohnern der Bohrung wurde empfohlen, ihre Häuser zu verlassen.

Die Empfehlung zur Evakuierung durch Chesapeake Energy zeigt, dass an den Behauptungen, das Gemisch wäre harmlos, nicht viel dran sein kein. Auch hilft die Versicherung nicht viel, das Fracking fände in tausenden Metern Tiefe statt, wenn ein Blowout in Höhe der Erdoberfläche und nahe der trinkwasserführenden Schichten passiert.

In Niedersachsen hatte sich die Landesbehörde für Bergbau, Geologie und Energie vor kurzem über die möglichen Riskien informiert. Ihre Reisebegleiter waren zwei nicht näher genannte Vertreter des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung, kurz WEG. Dem wohlbekannten Lobby-Verband der Erdöl- und Erdgasindustrie dessen Vorsitzender Gernot Kalkoffen, der Chef von ExxonMobil in Deutschland ist:

Mitarbeiter der Landesbehörde für Bergbau, Geologie und Energie haben sich jetzt bei einem Besuch in Amerika über Erfahrungen mit der umstrittenen Erdgasfördermethode Fracking informiert. Erstes Fazit: “Uns sind keine neuen Risiken bekannt geworden”, so der Leitende Bergdirektor Klaus Söntgerath nach der Rückkehr. Nach wie vor halte er die Risiken für minimierbar und akzeptabel.

Klaus Söntgerath stellte im Interview auch noch dar, welche Risiken er in den USA sieht und das sie sich so nicht auf Deutschland übertragen lassen:

Mit der Sorgfalt hapere es offenbar auch bei einigen Förderfirmen. Viele seien erst im Zuge des jüngsten Erdgasbooms gegründet worden, sie verfügten deshalb noch nicht über ausreichende Erfahrungen, so Söntgerath. Einen weiteren Unterschied hat Söntgerath bei der Anlage der Bohrplätze festgestellt. In Deutschland sind Dichtflächen aus Beton vorgeschrieben, ähnlich wie bei einer Tankstelle. Austretende Flüssigkeit wird aufgefangen und kann nicht ins Grundwasser eindringen.

Chesapeake Energy ist das zweitgrößte Unternehmen der USA für fossiles Gas. Die Bohrplattform im Bradfort County war durch eine Dichtfläche geschützt. Doch all das half nicht, zu verhindern, dass Boden, Grund- und Oberflächenwasser verseucht wurden.

Der Ausbruch konnte auch nach mehreren Stunden nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Quellen:
http://protectingourwaters.wordpress.com/2011/04/20/gas-drilling-emergency-in-bradford-county/
http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Niedersachsen/359155/Fracking—ein-Restrisiko-bleibt.html
http://www.wnep.com/wnep-brad-leroy-gas-drillingemergency20110420,0,1884646.story

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