Bissendorfer Grüne über Exxons „Dialogveranstaltung“ zum Fracking

Die Bissendorfer Grünen waren als Teilnehmer auf der von ExxonMobil gewünschten Dialogveranstaltung. Das Ziel der Veranstaltung wurde bereits vor Beginn festgelegt:

„Es sollen die Kriterien für ein sicheres und umweltverträgliches Aufsuchen und Fördern von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in den ExxonMobil-Projektgebieten geklärt bzw. wissenschaftlich überprüft werden.“

Schon im Vorfeld konnten Fragen gestellt werden. Die Teilnehmer hatten erwartet, dass diese im Laufe der Veranstaltung auch beantwortet werden. Statt dessen sollten in Arbeitsgruppen erneut Fragen aufbereitet werden. Doch diese Taktik scheiterte:

„Die Fragen sind doch längst gestellt“, rief Ralph Griesinger aus Bissendorf empört, „wo bleiben die Antworten?“[…] Nach mehreren peinlichen Versuchen, doch noch das ursprüngliche Konzept durchzuziehen, wurde das auch einem Teil der Moderatoren klar, der daraufhin die Diskussion freigab. Und die sah so aus, dass Exxon konkret gefragt wurde und unkonkret antwortete.

Unkonkrete Antworten waren auch das, was die Bürgerinitiativen aus inzwischen fast 10 Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erwartet hatten. Sie hatten den Tag lieber genutzt, um mit mehr als 1000 Menschen gegen das weltweit umstrittene Fracking-Verfahren zu protestieren, statt es schön zu reden. Das der „Gesprächskreis“ nicht von vornherein ergebnisoffen angelegt war, wurde zum zusätzlichen Grund, die eigenen Energien lieber in sinnvolleren Aktivitäten zu bündeln.

In Nordrhein-Westfalen hatten die Bürgerproteste zu einem Aufschub der Bearbeitung aller Anträge zur unkonventionellen Gasförderung geführt. Auch die niedersächsischen Initiativen möchten das für ihr Bundesland erreichen.

„Exxon-Sprecher Norbert Stahlhut hat sich dann sehr gewunden, den Bohrstopp von NRW auch auf Niedersachsen auszudehnen. Er verhedderte sich in unterschiedliche Erdgasvorkommen und Produktionsverfahren. Es scheint aber so zu sein, dass er in Niedersachsen „ein bisschen“ abwarten will.“

Das niedersächsische Bergamt will noch nicht der Linie der nordrhein-westfälischen Bezirksregierung in Arnsberg folgen. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg gibt es in Niedersachsen auch noch keine einheitliche Linie der Politik zur unkonventionellen Gasförderung.

Die Grünen aus Bissendorf fordern jetzt jedenfalls Antworten des Bergamtes in Niedersachsen auf die Frage nach einem Explorationsstopp.

Quelle:
http://www.die-gruenen-bissendorf.de/energiepolitik-in-bissendorf/erdgasbohrung-in-bissendorf/165-openspace-veranstaltung-spektakulaer-geoeffnet

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