Russischer Investor greift im Streit um Bohrungen ein

Update: April. April. Auch wenn der unten beschriebene Fall rein rechtlich möglich wäre, wüsste ich niemanden in den Interessengemeinschaften, der tatsächlich bereit wäre, ein solches Risiko für Mensch und Umwelt einzugehen.

Der Streit um das Fracking-Moratorium in NRW geht in die nächste Runde. Noch in der letzten Woche hatten die Bürgerinitiativen die vermeintliche Übereinkunft zwischen Bezirksregierung Arnsberg und ExxonMobil gefeiert. Doch dann mussten sie enttäuscht erfahren, dass ExxonMobil von der Übereinkunft nichts wissen will. Jetzt drehen sie den Spieß um.

Mit Hilfe eines russischen Investors, der sehr viele Erfahrung im Bereich der Gasbohrungen hat, haben sich die Interessengemeinschaften zu einer Gasförderungs-GmbH zusammen geschlossen. In einem Schnellverfahren wurden in Niedersachsen mehrere Aufsuchungserlaubnisse beantragt und auch bereits genehmigt. Ein Mitarbeiter der Behörde sagte dazu:

„Wir haben ein schlechtes Gewissen. Die Vorfälle um die Bohrungen in Niedersachsen hätten wir offensiver publizieren müssen. Da ist es doch selbstverständlich, dass wir jetzt die neuen Anträge genau so schnell bearbeiten, wie das für etablierte Unternehmen üblich war.“

Die neue gegründete GmbH „Proaktive Gasförderung“ sicherte sich unter anderem ein ca. 2 Quadratkilometer großes Gebiet in Hannover, welches am nördlichen Rand auch die Gebäude der ExxonMobil Produktion GmbH einschließt. Ein weiteres Aufsuchungsgebiet schließt den gemeinsamen Koi-Karpfen-Teich von Hans-Hermann Nack und Norbert Stahlhut, sowie den chlorfreien Naturschwimmteich von Gernot Kalkoffen ein.

„Sollte es bei den Probebohrungen zu geringen Diffusionen bedenklicher Additive kommen, würden wir das bedauern. Selbstverständlich werden wir alles tun, um das zu verhindern, doch es wird nun einmal mit gefährlichen Stoffen gearbeitet“, teilte der Pressesprecher von Proaktive Gasförderung mit. „Für eventuelle Schäden stehen wir selbstverständlich mit dem vollen Kapital der Gesellschaft ein.“

Die drei Gegner der geplanten Bohrungen bezweifeln, ob das Kapital einer Ein-Euro-GmbH zur Beseitigung möglicher Schäden ausreichen wird. Auch sei nicht klar, wen der Pressesprecher mit Gesellschaft meint. Sie schlossen sich spontan zu einer IG zusammen. Gegen die Aufsuchungserlaubnis kann diese jedoch nichts unternehmen. Das sieht das Bergrecht nicht vor. Noch im Januar hatte sich Gernot Kalkoffen dafür ausgesprochen, es nicht voreilig zu ändern.

6 Kommentare.

  1. Das kann ja wohl nicht war sein, wo liegen die Unterschriftenlisten aus. Werde die bei uns im Unternehmen sofort auslegen! :mrgreen: Das so eine Nachricht am 1.4. verkündet wird ist ungeheuerlich. Ich habe nämlich heute Geburtstag!

  2. Michael Otto

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag an Norbert S.

  3. Matthias Eschmann

    Von mir auch herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Herr Norbert S.

  4. Horst Bauhof

    Handelt es sich bei Norbert S. um Norbert Stahlhut, dem Pressesprecher von Exxon-Mobil?
    Falls nein kann er ja dementieren.

    Zum Geburtstag gratuliere auch ich dem Norbert ganz herzlich.

  5. Jürgen Lemke

    April, April… wünsche einen schönen Frühling 😉

  6. Hallo Horst,
    da haben wir Dich aber in den April geschickt, oder? 😛