USA: Bedenkliche Bromid und THM Werte in Pittsburghs Trinkwasser

Viel bedenklicher als radioaktiver Isotope wie Radium-226, findet die Wasserbehörde von Pittsburgh den steigenden Anteile an Bromiden im Trinkwasser.

Bromide sind Salze, die normalerweise im Meerwasser vorkommen. Bei der unkonventionellen Gasförderung treten sie aber auch in großen Mengen im Frack- und Lagerstättenwasser auf. 5,7 Millionen Liter dürfen davon momentan – pro Tag – im Marcellus Shale über Klärwerke „entsorgt“ werden und gelangen damit auch in die Flüsse, die wiederum Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen.

Bromide reagieren mit Chlor, das zur Desinfektion des Trinkwassers eingesetzt wird, zu bromierten Trihalogenmethane, kurz THM. Dieses kann Krebs auslösen und zu Geburtsschäden führen.

Noch sind die Werte knapp unter den erlaubten Grenzwerten. Doch in mehreren Wasserwerken musste bereits das Behandlungsverfahren geändert werden, um die Bromid-Werte innerhalb der gesetzlichen Richtlinien zu halten.

Viel leichter wäre es, die Bromide erst gar nicht in Trinkwasser gelangen zu lassen. Wie üblich weist die Gas fördernde Industrie jede Verantwortung von sich. So könnten die höheren Bromid-Werte auch durch Straßensalz verursacht werden. Doch dann müssten auch die Chlorid Werte steigen, was sie nicht tun.

Auch zeitlich gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen den steigenden Bromid-Werten und der Intensivierung der unkonventionellen Gasförderung im Marcellus Shale.

Auch in anderen Städten gibt es diese Probleme. Beaver Falls versorgt 22 Gemeinden mit knapp 50.000 Menschen mit Wasser. In den ersten drei Quartalen 2010 mussten alle Kunden über die zu hohen THM Konzentrationen im Trinkwasser informiert werden.

Quelle:
http://www.post-gazette.com/pg/11072/1131660-113.stm

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