Fracking bei Drensteinfurt schon in den 90er Jahren

Volker Milk von der Bezirkregierung in Arnsberg hat es nicht leicht. Beim umstrittenen, in einigen Ländern verbotenen Fracking-Verfahren hat er noch in der letzten Woche größte Transparenz versprochen.

In einer kleinen Anfrage vom 23. September 2010 erfragte die Landtagsabgeordnete Wibke Brems, ob in Nordrhein-Westfalen bereits unkonventionelle Gasförderung stattgefunden hat. Die Antwort der Bezirksregierung Arnsberg war:

Basierend auf erteilten Bergbauberechtigungen zur Aufsuchung von „Kohlenwasserstoffen“ sind zur Erkundung unkonventioneller Erdgasla­gerstätten folgende Bohrungen in Nordrhein-Westfalen niedergebracht worden:
– „Rieth 1“ und „Natarp 1“ – gebohrt 1994/1995 (1996/1997 aufgegeben und verfüllt) von einem Konsortium aus CONOCO Mineralöl GmbH, Ruhrkohle AG und Ruhrgas AG. Die entsprechenden Bergbauberechtigungen sind inzwischen erloschen.

Quelle: Aktueller Stand der unkonventionellen Gasförderung in NRW – 21. Oktober 2010

Bei der Sitzung des Umweltausschusses in der letzten Woche in Steinfurt und beim ersten Runden Tisch des Kreises Steinfurt mit Vertretern der Bezirksregierung und ExxonMobil sagte Volker Milk noch:

„Fracking ist für uns alle Neuland. Bis jetzt hat es das in NRW noch nicht gegeben.“

Eine Genehmigung würde, wenn überhaupt, nur nach intensiver Prüfung und unter Berücksichtigung einer noch zu erstellenden Studie des Wirtschafts- und Umweltministeriums vergeben.

Doch jetzt berichten die Ruhrnachrichten:

Bei der Gas-Suche in NRW ist entgegen aller bisherigen Behördenangaben schon in den 90er-Jahren das umstrittene „Fracking“-Verfahren eingesetzt worden. Das bestätigte die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde jetzt auf Anfrage.

Volker Milk hat erst vor kurzem den Bereich der unkonventionellen Gasförderung bei der Bezirksregierung Arnsberg vom erkrankten Michael Kirchner übernommen. Bei der Sitzung des Umweltausschusses sagte er mehrfach, er kenne noch nicht alle Akten.

Die Bezirksregierung hat bereits die Anträge auf Aufsuchungsgenehmigungen gegen den Wunsch der beantragenden Unternehmen auf ihrer Website öffentlich gemacht. Vielleicht sollten im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes jetzt auch noch die restlichen Informationen öffentlicht gemacht werden. Das gleiche gilt für das Land Niedersachsen.

Das Fracking-Verfahren in den 90er Jahren unterschied sich noch deutlich vom heutigen Fracking. Ab 2004 wurde das Verfahren durch Horizontalbohrungen, höheren Druck und neue Chemikalien deutlich effizienter. Die damals unwirtschaftliche Förderung würde sich heute damit vielleicht wirtschaftlich lohnen. Doch gerade die Änderungen am Verfahren führen auch zu den in vielen Ländern beobachteten Auswirkungen auf die Umwelt.

Quelle:
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/art1544,1227573

1 Kommentare.

  1. Auch in NRW wurde bereits gefrackt! « Gegen Gasbohren… - pingback on 22. März 2011 um 07:37

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