Bündnis gegen Fracking kündigt Aktionstage für April an

Sucht man bei Google nach Aufstand und Westfalen, findet sich der Iserlohner Aufstand von 1849. Seit dem schaffte es scheinbar niemand mehr so richtig, die Westfalen genügend zu reizen, damit sie auf die Strasse gehen.

Doch ExxonMobil und die übrigen Konzerne, die ohne Rücksicht auf die weltweiten Bedenken, Chemikalien in den Boden pumpen wollen, ohne genau zu wissen, was mit ihnen passieren wird, scheinen den Bogen überspannt zu haben.

Auf der Dachseite der verschiedenen Interessengemeinschaften gegen die Gasbohrungen kündigt Mathias Elshoff, Vorsitzender der IG „Gegen Gasbohren“ in Nordwalde, einen gemeinsamen Aktionstag aller Gemeinschaften in Deutschland an. Details sollen am 17. März, dem Termin des ersten runden Tisches im Kreis Steinfurt, bekannt gegeben werden.

Schon im Vorfeld hatte Manfred Scholle, Chef der Gelsenwasser AG, die Münsterländer zum Widerstand und Protest gegen die geplanten Bohrungen aufgefordert.

„Diese Technik ist unausgegoren“, sagt Scholle über das Fracking […] Das Münsterland müsse sich mit allen Mitteln wehren, meinte Scholle. „Ich verstehe nicht, dass wir alle so ruhig sind“, sagte er. Die Bohrungen würden Millionen Menschen berühren. Das Bergrecht, mit dem die Exxon-Anträge genehmigt würden, sei 100 Jahre alt und all dem „nicht gewachsen“.

Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/home/homepage_thema_7/1511064_Muensterlaender_zum_Widerstand_aufgefordert_Exxon_zerstoert_Boden.html“

Auch im Handelsblatt kritisierte der Gelsenwasser Chef die fragwürdige Informationspolitik von ExxonMobil

Eine von Exxon Mobil bereits im November versprochene Expertenkommission sei noch nicht gebildet. „Mir scheint, man ist an einer einvernehmlichen Lösung nicht interessiert“, sagte Scholle dem Handelsblatt.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/gelsenwasser-legt-sich-mit-exxon-mobil-an/3938000.html

In Frankreich konnten bei ähnlichen Demonstrationen 15.000 bis 20.000 Menschen mobilisiert werden. Dort war allerdings wenige Wochen zuvor das Bergrecht zu Gunsten der Gaskonzerne massiv verbessert worden.

Wie bereits in Deutschland, wurden dort Umweltverträglichkeitsprüfungen und Mitbestimmungsrechte komplett gestrichen. Darüber hinaus wurde die Haftung für mögliche Umweltschäden beim Fracking gestrichen. Untersuchungsergebnisse sollen bis zu 20 Jahren verschlossen bleiben. Das erklärt den Zorn der Franzosen, obwohl eine Aussetzung der Bohrungen von der Regierung verkündet wurde.

In Deutschland schließen sich für den gemeinsamen Aktionstag Emsländer, Westfalen, Rheinländer und Sauerländer zusammen. Weitere Gebiete werden folgen. Mathias Elshoff prophezeite am Anfang des Jahres, dass an jedem Ort, an dem ein Unternehmen fracken will, eine IG mit Bürgern ensteht, die das verhindern wird.

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