USA: Amerikanische Umweltbehörde verschärft Kontrollen

Knapp zwei Wochen nach den Berichten der New York Times über gigantische Mengen belasteter Abwässer, die aus der unkonventionellen Gasförderung stammen und in dafür ungeeigneten Klärwerken entsorgt wurden, reagiert die EPA mit verschärften Kontrollen.

Die geschätzte 5 Milliarden Liter Abwasser aus den letzten drei Jahren enthalten hohe Mengen an Salzen, schwer zu messende radioaktive Isotope und die unterschiedlichsten Chemikalien aus dem Frack- und Förderprozess. Das Abwasser wird über Klärwerke Flüsse eingeleitet, die Millionen von Menschen mit Trinkwasser versorgen. In den nächsten 30 Tagen müssen nun alle Wasserwerke in den betroffenen Gebieten auf Radioaktivität kontrolliert werden.

Die bestehenden Vorschriften und Gesetze sollen auf ihre Wirksamkeit hin geprüft werden. Bestehende Genehmigungen werden auf den Prüfstand gestellt, um zu sehen, ob die in den Abwässern enthaltenen Stoffe überhaupt von den Klärwerken behandelt werden können.

Die EPA hat dabei vor, alle Rechte einzusetzen, die sie als Bundesbehörde hat. Zuletzt zeigte sich, dass in Staaten mit guten Verbindungen zur Öl- und Gasindustrie, gerne Einfluss auf die Arbeit der EPA genommen wird.

Für die Monaten November und Dezember wurden Zahlen veröffentlicht, die keine erhöhten radioaktiven Werte zeigen. In mindestens einem Fall fand die New York Times aber heraus, dass die Wasserproben am Fluss oberhalb der relevanten Klärwerke genommen wurden.

Kritiker befürchten außerdem, dass Radium als Alpha-Emitter nur auf kürzeste Entfernung strahlt und nur durch aufwendige Prüfverfahren entdeckt werden kann. Gerade im Winter, wenn der Wasserstand hoch ist, ist die Wahrscheinlichkeit niedrig, positive Proben zu finden. Das schützt aber nicht vor Ablagerungen in einzelnen Bereichen des Flussbettes.

Conrad Volz, Direktor des Gesundheitszentrums an der Universität von Pittsburgh fordert mindestens wöchentliche Proben, die explizit nach Radium, Barium und Strontium untersucht werden. Er wird in den nächsten Tagen eigene Untersuchungen veröffentlichen, in denen er zwar nicht nach Radioaktivität suchte, aber dafür Konzentrationen anderer gefährlicher Stoffe, teilweise um das 10.000-fache über den Trinkwasser-Grenzwerten, fand.

Nach einer Studie über radioaktive Abfälle im Marcellus Shale (Pennsylvania) ist das hochgiftige und krebserregende Radium-226 vor allem in den Bohrschlämmen, die auf oberirdischen Deponien mit normalem Bauschutt gelagert werden. Radium hat eine Halbwertzeit von 1600 Jahren, ist wasserlöslich und hochgefährlich, wenn es in den Körper gelangt.

Quelle:
http://www.nytimes.com/2011/03/08/science/earth/08water.html?scp=2&sq=epa&st=cse

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