ExxonMobil droht Klage wegen hoher Benzol-Belastung

Wie das NDR Magazin Markt in seiner Sendung vom 21. Februar berichtet, wurden jetzt menschliche Blutproben mit auffallend hohen Benzol- und Quecksilberbelastungen in der Nähe von unterirdischen Gas-, Frack- und Lagerstättenwasserleitungen in Niedersachsen bekannt. Auch Pflanzen und Tiere zeigen mögliche Schäden.

Die betroffenen Anwohner der bereits vor einigen Wochen von Markt aufgedeckten undichten Rohrleitungen wollen jetzt gegen ExxonMobil klagen.

Unter anderem wurde festgestellt, dass Kunststoffrohre verwendet wurden, durch die Chemikalien der BTEX Gruppe, wie sie bei Öl- und Gasbohrungen häufig auftauchen, ausdünsten können. Zur Zeit werden alle potentiellen Gebiete kontrolliert, bei denen ebenfalls diese krebserregenden Stoffe austreten können.

Die Kreiszeitung berichtet im Weiteren:

Ein ExxonMobil-Sprecher war gestern bis Redaktionsschluss nicht ans Telefon zu bekommen. Dafür aber Visselhövedes Bürgermeisterin Franka Strehse, die „jetzt eine lückenlose Aufklärung“ verlangt. „Wenn sich bestätigt, dass die Belastungen über die Luft in die Körper dringen, wäre es eine ganz schlimme Geschichte.“

Für Exxon Mobil entwickelt sich die Situation in Niedersachsen langsam zum Informations-GAU. Nach einer angekündigten Probebohrungen in Nordwalde, bei der das umstrittene Fracking Verfahren zum Einsatz kommen sollte, wurden Bürger, Presse, Politik und Behörden sehr aufmerksam gegenüber den Versprechen von ExxonMobil, dass in Niedersachsen angeblich 60 Jahre lang störungsfrei gearbeitet wurde.

Die Probebohrung in Nordwalde ruht im Moment, weil ExxonMobil noch keine wasserrechtliche Prüfung auf Unbedenklichkeit des Verfahrens eingereicht hat. Ebenfalls steht noch eine gemeinsame Studie des Umwelt- und Wirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen aus, die ebenfalls die Unbedenklichkeit der unkonventionellen Gasförderung überprüfen soll.

Quelle:
Benzol im Blut: Rentner will ExxonMobil verklagen.

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