CDU Landesregierung in Baden-Württemberg sieht kein Risiko durch Fracking

SPD und Grüne in Baden-Württemberg erkundigten sich Ende Januar über den aktuellen Stand und die möglichen Risiken zur unkonventionellen Gasförderung in den Aufsuchungsgebieten des britischen Unternehmens 3LegsResources. Unter anderem direkt am Bodensee hat das Unternehmen seine Claims abgesteckt.

„Die Landesregierung beschwichtigt zwar: Das Risiko dieser Fördermethode sei begrenzt, heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von SPD und Grünen. Zwar könnten „Klüfte, Spalten, Verwerfungen oder Zerrüttungszonen“ entstehen. Risse im Untergrund seien bei der Methode aber gewollt.“

Diese verharmlosenden Aussagen lassen wenig Gutes über den Informationsstand der Landesregierung erahnen. Erst vor kurzem riet der Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der Landesregierung von NRW, das Thema mit größter Transparenz und unter jeglichem Ausschluss von Gefahren für das Trinkwasser zu behandeln. Diesen Rat sollte auch die Landesregierung in Baden-Württemberg annehmen.

Der Bohrexperte Kurt Reinicke vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik an der Technischen Universität Clausthal in Niedersachsen sagt, Unfälle durch Gas-Lecks könnten zwar nie ganz ausgeschlossen werden, im Grunde sei das Fracking aber „relativ risikolos“.

Auffällig sind die deutlichen Einschränkungen. „relativ risikolos“ und „könnten zwar nie ganz ausgeschlossen werden“ gehören auch zu den beliebteren Formulierungen von ExxonMobil. An der Universität in Clausthal gibt es den gesponserten „ExxonMobil Teleteaching Hörsaal“.

Der technische Geschäftsleiter der Bodensee-Wasserversorgung, Hans Mehlhorn, sagt: „Uns wäre es das Liebste, wenn die ganze Sache wieder zu den Akten gelegt würde.“

Damit steht er in einer Reihe mit seinen Kollegen von Gelsenwasser, den Stadtwerken Rheine und den Stadtwerken Münster. Die zuständige Behörde in Baden-Württemberg steht dagegen noch ganz am Anfang des Verfahrens.

Ein Sprecher des Regierungspräsidiums Freiburg beschwichtigt aber und betont, noch sei die Erdgassuche am Bodensee reine Schreibtischarbeit. Probebohrungen seien bislang weder beantragt noch bewilligt worden.

Interessant wäre zu wissen, ob die Genehmigungsbehörden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen auf diesem Gebiet kooperieren können. Zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen scheint es noch keinen Austausch über Erfahrungen zu geben. Vielleicht wird es dafür Zeit? Das Bergrecht ist überall das selbe.

Ähnlich wie die BASF Tochter Wintershall, sieht auch 3LegsResources noch keinen Bedarf, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Firma selbst [3LegsResources] äußerte sich auf Anfrage nicht zu ihren Plänen und zu den Risiken für die Umwelt.

Bei aller Kritik an ExxonMobil in Nordrhein-Westfalen, muss man dem Unternehmen zugestehen, dass es keine Gelegenheit auslässt, mit den Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Quelle:
http://www.esslinger-zeitung.de/ueberregional/baden-wuerttemberg/Artikel672396.cfm.

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