USA: Führende Fracking Unternehmen verstoßen seit Jahren gegen Wasserschutzgesetze

2003 unterzeichneten die drei größten Bohrunternehmen der USA (Halliburton, BJ Services und Schlumberger) ein Abkommen mit der amerikanischen Umweltbehörde und sicherten damit zu, daß kein Diesel mehr als Fracking-Zusatz eingesetzt wird. Diesel enthält, unter anderem, die giftigen Substanzen Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol.

2005 wurden von der Regierung unter George W. Bush alle Fracking Zusätze, mit Ausnahme von Diesel, vom amerikanischen Wasserschutzrecht (Drinking Water Act) ausgenommen („Halliburton Loophole“).

Eine aktuell veröffentlichte Studie berichtet jetzt, daß entgegen den öffentlichen Versprechen in den Jahren 2005 bis 2009 mehr als 121 Millionen Liter Frack-Flüssigkeit mit Diesel als „Additiv“ verwendet wurde; vorwiegend in Texas, gefolgt von Oklahoma, North Dakota, Louisiana und Wyoming. Mehr als 19 Unternehmen wird ein Verstoß gegen die Absprachen vorgeworfen. Darunter auch die Branchengrößen Halliburton und BJ Services. Dazu kommt, daß keines der Unternehmen Aufzeichnungen darüber hatte, ob das Fracking in der Nähe von Trinkwasser durchgeführt wurde.

Halliburton sagt zu den Vorwürfen:

„Halliburton does not believe that the company’s hydraulic fracturing activities have resulted in a violation of the Safe Drinking Water Act or any other federal environmental law. There are currently no requirements in the federal environmental regulations that require a company to obtain a federal permit prior to undertaking a hydraulic fracturing project using diesel,“ said spokeswoman Teresa Wong.

„Halliburton glaubt nicht, daß die Hydraulic Fracturing Aktivitiäten des Unternehmens zu einem Verstoß gegen das Wasserschutzgesetz oder irgend einem anderen Umweltgesetz führe. Momentan gibt es keine Anforderungen in den staatlichen Umweltregeln, die eine offizielle Erlaubnis vor einem Hydraulic Fracturing Projekt unter Einsatz von Diesel erfordern, sagte die Sprecherin Teresa Wong.

Das Abkommen zwischen der amerikanischen Umweltbehörde und Halliburton ist online auf den Seiten von Halliburton verfügbar.

Dort heißt es:

„This is a voluntary agreement between the United States Environmental Protection Agency (EPA) and BJ Services Company, Halliburton Energy Services, Inc., and Schlumberger Technology Corporation (the service companies are collectively referred to as the “Companies;” individually as “Company”), by which the Companies agree to eliminate diesel fuel in hydraulic fracturing fluids injected into coalbed methane (CBM) production wells in underground sources of drinking water (USDWs) and, if necessary, select replacements that will not cause hydraulic fracturing fluids to endanger USDWs.“

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer sagte auf der Informationsveranstaltung der Grünen am vergangenen Montag in Nordwalde zu seinen Erfahrungen mit ExxonMobil:

„Man bemerkt sehr schnell, daß der Konzern nicht immer die volle Wahrheit sagt.“

Auch die amerikanische Umweltbehörde dürfte wieder einmal gemerkt haben, was die Versprechen der Öl- und Gasbranche wert sind.

Quelle:
http://www.huffingtonpost.com/2011/02/01/dems-oil-gas-drillers-inc_n_816821.html

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