SPD Münster sieht konkrete Gefahren durch mögliches Fracking in Nordwalde und Drensteinfurt

Wolfgang Heuer, Chef der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster, fordert ein Moratorium für Probebohrungen. Das geht sogar über die Forderungen es Rates der Gemeinde Nordwalde hinaus, der bisher nur ein Moratorium für Fracking und Förderung verlangte:

„„Bevor kein überarbeiteter und angemessener rechtlicher Rahmen für kommende Genehmigungsverfahren vorliegt, sollten auch keine Probebohrungen gestattet werden“. In einem reformierten Bergrecht müssen nach seiner Auffassung Umweltschutz und Bürgerbeteiligung unverzichtbare Elemente werden.“

Wie in Nordwalde liegt die Entscheidung darüber allerdings beim Bergamt. Daher kann die SPD Fraktion vom Rat der Stadt Münster nur Informationen über Art und Umfang der Bohrungen, die Risiken der eingesetzten Chemikalien und des Prozesses sowie Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in Münster fordern.

Begründet wird der Antrag unter anderem auch mit dem fehlenden Vertrauen in ExxonMobil, die es in den vergangen Wochen immer wieder geschafft haben, mit semantischen Spielchen, eine eventuell noch vorhandene Glaubwürdigkeit, weiter zu reduzieren:

“ „Diese glückliche Grundlage unser Trinkwasserversorgung sollten wir nicht leichtfertig Gewinnüberlegungen internationaler Konzerne überlassen“, bewertete Winter [Ratsherr Karl-Heinz Winter] das bisherige Vorgehen der Firma ExxonMobil.“

Konkrete Gefahren in Zusammenhang mit der Förderung sieht die SPD Fraktion in Münster auch:

· Beim Aufbrechen der Gesteinsstrukturen können Erderschütterungen ausgelöst werden. Im Landkreis Rothenburg/Wümme bohrt die ExxonMobil nach Erdgas. Bereits 2004 gab es dort ein Erdbeben. Seitdem hat ExxonMobil an seinen Bohrtürmen öffentlichkeitswirksame Messinstrumente angebracht.
· Freiwerdendes Erdgas kann u. U. in das Grundwasser eindringen und gelöst im Trinkwasser in die Haushalte gelangen. Bei Förderungen in den USA ist dies bereits ein ernsthaftes Problem.
· Vor allem aber: «Frac-Flüssigkeit» kann in das Grundwasser eindringen, sich (evtl. auch entgegen der Fließrichtung des Grundwassers) ausbreiten und in die Trinkwasserversorgung gelangen.
· Die Deckschichten der Lagerstätten können zerstört werden und es kann zu Kluftbildung kommen. Die Schadstoffe können mit dem Erdgas durch undichte Deckgebirge aufsteigen.
· An der Verrohrung kann es wegen der Extremdrücke von 300 bis 1.000 bar Schäden geben.

Die SPD in Münster hat für ihren Antrag gründlich recherchiert. Es bleibt zu Wünschen, das diese deutlichen Worte auch in Düsseldorf, Arnsberg und in Berlin gehört werden.

Quelle:
http://www.spd-muenster.de/meldung.php?meldung=4123&page=0

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