US Außenministerium macht Werbung für Fracking

Das US Außenministerium macht Werbung für den Einsatz von Hydraulic Fracturing im Ausland. Nachdem in den USA die Hoffnung auf eine autarke Energieversorgung durch unkonventionelle Gasquellen steigt, sollen nur auch andere Staaten das umstrittene Verfahren einsetzen:

„The State Department has begun promoting the technology [„hydrofracking technology“] abroad, saying that if it were adopted in China, Eastern Europe, and India, it would boost exports, significantly reduce Russian and Middle Eastern influence in those regions, and fight climate change.“

Bei einem internationalen Kongress in den USA wurden 17 Staaten und die führenden Konzerne im Bereich unkonventioneller Gasförderung eingeladen. Besonders Ländern wie China und Indien sollen ebenfalls die bei ihnen vorhandenen Gasreserven nutzen, damit sie nicht in Abhängigkeit zu Staaten geraten, mit denen die USA Probleme haben. („Countries of Concern“).

Bereits im letzten Jahr wurde ein Vertrag mit China unterzeichnet, der es amerikanischen Wissenschaftlern erlaubt, die Gasvorkommen in China zu kartographieren und einheimische Wissenschaftler auszubilden, damit sie die Arbeit fortsetzen können. Beim kürzlichen Besuch von Barack Obama in Indien wurde ein ähnliches Abkommen geschlossen.

Auch Polen nahm an diesem Kongress teil. Kurz danach gab das Land bekannt, das es hofft, ein zweites Kuwait in Europa zu werden und die Unabhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu erreichen:

“At the State Department conference, the Polish folks were celebrating the entire time,” said Chris Tucker, a spokesman for Energy in Depth, a consortium of companies involved in shale-gas development.

Kritiker geben zu Bedenken, das das Verfahren umstritten ist, bei dem große Mengen an Wasser, versetzt mit hochgiftigen Chemikalien in den Boden gepresst werden. Auch entsteht bei der Verbrennung von Gas zwar nur die Hälfte an CO2 wie bei Kohle, aber selbst die Hälfte ist noch zu viel, wenn der Klimawandel gestoppt werden soll.

Das Außenministerium und die beteiligten Unternehmen, allen voran Halliburton, sehen in erster Linie die Vorteile. Nicht nur könnten die Staaten unabhängig von externen Energielieferungen „unfreundlicher“ Staaten werden. Auch würden die USA ihre Technologie in diesem Bereich erfolgreich verkaufen können.

Quelle:
http://www2.nationaljournal.com/member/magazine/a-shale-gas-bonanza-20101118?print=true

2 Kommentare.

  1. Jürgen Lemke

    … vielleicht ist das ja die durchtriebenste Art moderner Kriegsführung… man sprengt weltweit den Boden und vernichtet systematisch das Trinkwasser – nein – nicht sofort – sondern mit Langzeitwirkung nach 10 bis 20 Jahren… dann sind Zement und Rohre gegenüber dem Grundwasser spätestens aufgelöst … der prophezeite weltweite Kampf ums Wasser beginnt also mit „Fracking“ …