Rückfragen zum Artikel „Keine Gefahr für das Steinfurter Trinkwasser“

In der letzten Woche wurde im Artikel „Keine Gefahr für das Steinfurter Trinkwasser“, Dr. Volker Wrede vom Geologischen Dienst NRW mit den folgenden Worten zitiert.

„Und selbst wenn bei einer späteren Förderung des fossilen Energieträgers diese Mittel in den Untergrund gespritzt würden, bliebe das Grundwasser durch 800 Meter dicke und absolut dichte Erdschichten geschützt – sollten einmal bei einem Störfall nicht alle Rückstände an die Oberfläche gepumpt werden können.“

Das Zitat schien mir ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen. Aus diesem Grund habe ich bei Herrn Dr. Wrede noch einmal nachgefragt:

Sehr geehrter Herr Dr. Wrede, der (oben zitierte) Satz erschließt sich mir leider nicht ganz, da ich leider nicht bei der Veranstaltung anwesend war. Könnten Sie mir bitte noch einmal erklären, was genau mit „sollten einmal bei einem Störfall nicht alle Rückstände an die Oberfläche gepumpt werden können“ gemeint ist?

Welche Arten von Störfällen machen es erforderlich, das das Wasser wieder an die Oberfläche gepumpt wird? Ist es nicht auch so, das beim Fracking grundsätzlich ein Teil des Wassers im Untergrund verbleibt, während der Rest mit dem Gas wieder an die Oberfläche kommt und dort gelagert werden muss? Besteht nicht grundsätzlich das Risiko, das ein Teil des Wasser/Chemikalien Gemisches auch schon in höheren Schichten verloren geht? In den USA gibt es ja bereits dokumentierte Fälle von
Verunreinigungen, z.B. auch durch beschädigte Beton-Ummantelungen am Bohrloch, die eventuell erst nach Jahren auftreten bzw. bemerkt werden. Mit freundlichen Grüßen, Jörn Krüger

Die Antwort von Herrn Dr. Wrede stelle ich im Original zur Verfügung.

Das in Nordwalde erst einmal nur die Entnahme von Bohrkernen geplant ist, dürfte den meisten Anwohnern bekannt sein. Bisher ist es den Verantwortlichen von ExxonMobil, der Bezirksregierung oder den örtlichen Politikern noch nicht gelungen, die grundsätzlichen Sorgen am Verfahren zu nehmen. Egal, ob am Ende in Damme, Drensteinfurt, Thüringen oder Nordwalde tatsächlich gefördert wird: das Fracking Verfahren wird den Bürgern, die nun einmal keine Fachleute sind, so lange unheimlich bleiben, bis alle Fragen beantwortet sind.

Auch wenn die Fracking Flüssigkeit tatsächlich ungefährlich ist, wie ExxonMobil behauptet, oder nicht in Trinkwasser Schichten gelangen kann, wie der geologische Dienst es sagt, bleiben immer noch genügend Gefahren für die Anwohner übrig. Wie wird die Fracking Flüssigkeit entsorgt? In den USA gibt es noch keine Recycling Möglichkeit. Was ist mit den gelösten Salzen und dem Risiko der radioaktiven Belastung? Wie lange halten die Bohrlöcher dicht (Betonummantelung und Stahlrohre)? In Damme sind laut ExxonMobil knapp 70% der Fracking Flüssigkeit im Erdreich verblieben.

Das sind natürlich nicht alles Fragen für den geologischen Dienst. Die Antworten muss ExxonMobil und die anderen Konzerne liefern, wenn sie das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen wollen.

Quelle:
Vollständige Antwort von Dr. Volker Wrede
http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/steinfurt/1441909_Keine_Gefahr_fuer_das_Steinfurter_Trinkwasser.html

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