Nachbericht zum Fachgespräch Schiefergas von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin

Oliver Krischer, Europaabgeordneter der Partei Bündnis 90/Die Grünen und Sprecher für Energie- und Resourceneffizienz veröffentlicht auf seiner Website die Nachberichterstattung zum öffentlichen Fachgespräch Schiefergas, das am 29. Oktober 2010 in Berlin durchgeführt wurde.

Die Position der Grünen zum Thema ist zwiespältig:

„Grundsätzlich könne eine Förderung von heimischem unkonventionellen Erdgas aber einen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Emissionsrückgang und wirtschaftlicher Entwicklung leisten. Entscheidend werde laut Schütz jedoch sein, dass glaubwürdige Antworten zu Umweltfragen gefunden werden.“

Dr. Heinrich Herm Stapelberg als Vertreter von ExxonMobil berichtet über die geplanten Förderungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen:

„Das Hydraulic Fracturing Verfahren werde weltweit schon seit den 1940er Jahren angewendet und sei hinreichend erprobt. Die Bohrungen in Deutschland fänden gegenwärtig bis zu einer Tiefe von 2.000 Metern statt. Auch bei Geothermiebohrungen werde das Verfahren angewandt. Der Grundwasserschutz werde dabei in vollem Umfang berücksichtigt, und sei mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Methoden auch beherrschbar“

Dr. Werner Zittel führte Beispiele aus den USA auf, bei denen sich das Verfahren nicht wirklich als beherrschbar herausstellte:

„In anderen Regionen (z.B. Texas, Ohio, Pennsylvania) wurde wiederum nachgewiesen, dass es zur Freisetzung von Benzol und UVHC-Emissionen gekommen ist. Weitere Folgeschäden können radioaktives Abwasser, die Versalzung von Flüssen und auch Korrosionsschäden an Industrieanlagen durch verunreinigtes Brauchwasser sein.“

In den USA wurden 2005 die Gesetze für Trinkwasser und Umweltschutz von der Bush/Cheney Regierung so aufgeweicht, das Fracking überhaupt erst ermöglicht wurde. Nach teils massiven Umweltfolgen haben einzelne Staaten ein Moratorium für die weitere Förderung erlassen. Laut Werner Zittel hat ExxonMobil für den Fall einer Rückkehr zu den alten Umweltrichtlinien eine Rücktrittsklausel für den 41 Milliarden Dollar Kauf von XTO vorbehalten.

Quelle:
http://oliver-krischer.eu/detail/nachricht/fachgespraech-schiefergas-revolution-auf-dem-europaeischen-gasmarkt.html

1 Kommentare.

  1. Oliver Krischer ist natürlich Bundestagsabgeordneter. Nicht Europaabgeordneter. Bei abgeordnetenwatch.de findet man ihn unter http://www.abgeordnetenwatch.de/oliver_krischer-575-37737.html