Fracking Gemisch mit Kosmetika gleichgesetzt

In einem sehr ausführlichen Artikel berichtet der Weser Kurier über die Probebohrungen in Niedersachsen um den Dümmer See herum. Dammes Bürgermeister Gerd Muhle erfuhr erst jetzt davon, welche Stoffe bei der Probebohrung eingesetzt wurden. Im Vorfeld gab es zwar Bürgerversammlungen und sogar eine Ausstellung, aber über die Zusammensetzung der Fracking Flüssigkeit wurde wahrscheinlich wohlweislich nichts erwähnt:

Sorgen hatte das Stadtoberhaupt sich deshalb für die rund 40000 Einwohner in und um Damme zunächst nicht gemacht. Erst jetzt hat er von den zum Teil krebserregenden und giftigen Chemikalien erfahren, die bei der speziellen Bohrtechnik verwendet werden

ExxonMobil macht sich darüber auch heute keine Sorgen:

Nahezu alle diese Stoffe finden in ebenso geringer Konzentration auch Anwendung in Produkten des täglichen Lebens wie Seifen und Kosmetika‘, erklärt Exxon-Sprecher Norbert Stahlhut.

Warum in den USA immer noch kein Verfahren existiert, mit dem die Fracking-Abwässer sicher geklärt werden kann, beantwortet das nicht. Werner Zittel, der Herausgeber einer Studie zu unkonventioneller Gasförderung ist da klarer:

„Diese (Bohrzusätze) seien zum Teil giftig, krebserregend und radioaktiv belastet. ‚Pro Bohrung werden mehrere Millionen Liter Wasser und Chemikalien verpresst und teilweise als toxisches Abwasser wieder zurückgespült‘, erklärt Zittel. Etwa ein Drittel der belasteten Bohrflüssigkeit bleibe im Boden und genau das sei das Problem.“

Auch wieder schön ist der übliche Hinweis, das nur 0,1 % des Wasser/Chemie Gemisches Chemikalien sind. In anderen Quellen wird übrigens von 1 bis 2 % gesprochen. Was sich wenig anhört, bedeutete in Hamme immerhin knapp 24000 Liter Chemikalien.

Quelle:
http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Niedersachsen/263296/Erdgassuche+mit+giftiger+Bohrfluessigkeit.html

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