Geologischer Dienst NRW sieht keine Gefahr für Trinkwasser in Steinfurt

Dr. Volker Wrede vom Geologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen sieht keine Gefahr für das Trinkwasser in Steinfurt.

„Bei einer Bohrung dieser Art werden keine giftigen Chemikalien eingesetzt. Und selbst wenn bei einer späteren Förderung des fossilen Energieträgers diese Mittel in den Untergrund gespritzt würden, bliebe das Grundwasser durch 800 Meter dicke und absolut dichte Erdschichten geschützt – sollten einmal bei einem Störfall nicht alle Rückstände an die Oberfläche gepumpt werden können.“

Wie so häufig ist hier die Argumentation, das bei einer Probebohrung nur Bohrkerne entnommen werden. Fracking, mit dem Einsatz von giftigen Chemikalien kommt erst später zum Einsatz. Das ist so natürlich erst einmal richtig. Nur welchen Sinn macht eine Probebohrung, wenn später nicht auch gebohrt werden soll. Hier sollten Bedenken der Bürger frühzeitig ernst genommen werden.

Dazu ist dem Artikel zu entnehmen:

Direkten Einfluss auf das Genehmigungsverfahren hat Steinfurt nicht. Lediglich Nordwalde, der Kreis Steinfurt und die Bezirksregierung hätten als Träger öffentlicher Belange ein Mitspracherecht.

Die Gemeinde Nordwalde hat der Probebohrung bereits zugestimmt. Der Kreis Steinfurt stimmte sogar zu, noch bevor eine angemeldete Bürgerfragestunde im Kreishaus durchgeführt werden konnte. In einem anderen bekannte Kontext heißt es im Moment gerne: „Der Prozess hat alle parlamentarischen Hürden genommen.“ Nach einer Forsa Umfrage im Auftrag des Sterns denken, 79% der deutschen Bevölkerung, sie haben in unserer Demokratie nicht wirklich etwas zu sagen.

Die Grünen in Niedersachsen fordern inzwischen eine Reform des Landesbergamtes:

„Im Zusammenhang mit der Genehmigung für die Suche nach Gasvorkommen in Niedersachsen durch den Exxon-Mobil-Konzern haben die Landtagsgrünen eine „Reform des Landesbergamtes und der dortigen Entscheiderstrukturen zugunsten mehr Umweltsicherheit und Bürgernähe“ gefordert. „Die Bergbehörde samt den zuständigen Ministerien für Umwelt und für Wirtschaft ignorieren modernes Umwelt- und Wasserrecht“, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Wochenende. „Es ist komplett inakzeptabel, dass Unternehmenssprecher ständig erklären, es gebe keine Gefahr für AnwohnerInnen, Umwelt und Trinkwasserhaushalt, während sich bei naherer Prüfung zeigt, dass keine substanzielle Umweltverträglichkeitsprüfung stattgefunden hat.““

Bleibt noch die Frage offen: Was ist mit dem folgenden Satz aus dem Bericht gemeint?

„- sollten einmal bei einem Störfall nicht alle Rückstände an die Oberfläche gepumpt werden können.“

Ich habe Herrn Volker Wrede angeschrieben, was damit gemeint sein könnte. Der Satz scheint etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Ob bei einer potentiellen späteren Förderung mit Hilfe von Fracking oberirdisch generell kontaminiertes Wasser anfällt, welches nur bei einem Störfall im Boden verbleibt war dem Artikel nicht zu entnehmen. Auf die reellen Probleme, wie sie schon jetzt in den USA oberirdisch als auch unterirdisch auftreten, ging der Artikel ebenfalls nicht ein.

Quelle:
http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/steinfurt/1441909_Keine_Gefahr_fuer_das_Steinfurter_Trinkwasser.html
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/166784/umfrage/meinung-zum-einfluss-des-volkes-in-deutschland/
http://www.fraktion.gruene-niedersachsen.de//cms/presse/dok/360/360103.gruene_zu_genehmigung_fuer_gasbohrungen@de.html

Keine Kommentare möglich.