WDR5 – Leonardo: Interview mit Prof. Dr. rer. nat. Ralf Littke

In der Sendung Leonardo (WDR5) vom 3.11.2010 wurde ein telefonisches Interview mit Prof. Ralf Littke von der RWTH Aachen geführt. Das Interview ist auf der Seite des WDR online abrufbar.

Prof. Littke vergleicht den Umfang der Gasreserven mit dem im Jahre 1959 entdeckten „gigantischen“ Gasfeld bei Groningen. Die Bundesrepublik könnte mit der vermuteten Gasmenge 10 Jahre lang versorgt werden. Er führt aus, das die Förderung bisher nicht wirtschaftlich war, aber jetzt dank des steigenden Preises für Öl und Gas eine Förderung gerechtfertig werden kann.

Der Moderatorin beschreibt er unkonventionelles Gas als Methan, das in Gesteinen und undurchdringlichen Schichten gebunden ist. Die Umweltverträglichkeit des Verfahren müsse ebenfalls noch festgestellt werden. Zur Förderung müssten Wasser und Feststoffe in den Boden eingepresst werden. Dazu kämen zusätzliche Stoffe, „die sicherlich einer Umweltverträglichkeits(Studie) standhalten würden.“ Dazu käme es im Bereich der Förderung zu „sehr leichten Erdbeben der Stärke 2 bis 3“, die allerdings wegen der Schwäche nicht spürbar wären.

Interessant war der Hinweis, das von der ersten Exploration bis zur Förderung im Durchschnitt 5 bis 15 Jahre vergehen. Die Förderung wäre dann aber bis zu 40 Jahren möglich.

Prof. Ralf Littke scheint dem Verfahren sehr positiv gegenüber zu stehen. Bedenken wegen der hochtoxischen Chemikalien, des enormen Wasserverbrauches, der Gefahr, auch radioaktive Stoffe an die Oberfläche zu bringen und der aus den USA bekannten Verschmutzung von Trinkwasser und der Luft durch Methan scheint er nicht zu haben.

http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/03.11.2010-16.05/b/ozapft-is.html

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