Schiefergas Probebohrungen in Thüringen durch BNK Petroleum

Am 7. Oktober meldete energate noch, das Exxon bisher der einzige Konzern sei, der in Deutschland aktiv nach unkonventionellem Gas sucht. In Thüringen will jetzt auch das amerikanische Unternehmen BNK Petroleum nach Schiefergas suchen. Konzessionen für weitere Bundesländer wurden bereits beantragt.

„Neben Thüringen sicherten sich die Kanadier vier weitere Konzessionen in Niedersachsen,Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.“

Mit der Meldung verbunden ist ein Interview mit Dieter Voigt, Fachmann für Erdöl- und Erdgasförderung am Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau der Bergakademie Freiberg. Hier einige Zitate aus dem Interview:

Der Schiefergasabbau ist umstritten. Stellen die eingesetzten Chemikalien eine Gefahr für die Umwelt dar?Welche Chemikalien verwendet werden, weiß ich nicht im Detail. Aber ich denke, es ist nicht so dramatisch, weil es in diesen Tiefen kaum zu einer Umweltverschmutzung kommen kann. Außerdem liegen für diese Chemikalien Erfahrungen aus der Erdgas- und Erdölförderung vor.

Besteht Gefahr für das Grundwasser?

Nein, das wird in Deutschland nicht der Fall sein, weil das Grundwasser weiter oben als das Schiefergestein liegt.

Kann die Betonummantelung des Loches reißen?

Nein, das beherrscht man heute. Die Technik wird schon etwa 40 bis 50 Jahre betrieben. Der hohe Druck wird nur in der Tiefe beim Schiefer eingesetzt. Das Trinkwasser wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Das Argument mit der großen Tiefe ist in der deutschen Diskussion recht beliebt. In den USA liegen die Schiefergasvorkommen dichter unter der Erde. Für die nicht reißende Betonummantelung würde sich bestimmt auch BP interessieren.

Frank Augsten (MdL, Thüringen) von Bündnis 90/Die Grünen fordert, das die Förderung transparent gestaltet werden muss. Er stellt der Landesregierung die Frage, wie die Untersuchung von Gasvorkommen zur Förderung der regenerativen Energien in Thüringen passen.

„Wir wollen erfahren, ob vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse eine Erlaubnis zur Erkundung der Vorkommen unter Umweltschutzaspekten überhaupt als vertretbar erscheint. Die Verpressung von Chemikalien ins Erdreich und die Lockerung von Umweltgesetzen, wie in den USA, lässt nichts Gutes befürchten. Auch fragen wir die Landesregierung, wie die Untersuchung von Gasvorkommen zur Orientierung und Förderung der Erneuerbaren Energien in Thüringen passt.“

Die Anfrage wurde bisher vom Thüringischen Landtag noch nicht beantwortet.

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